Schnappschuss mit OV Denzlingen vor der Veranstaltung

Wohnbaupolitischer Abend mit Chris Kühn MdB und Alexander Schoch MdL in Denzlingen

Pressemitteilung Nr. 48/2019
Emmendingen, den 21.05.2019
Wie wollen wir wohnen? Mieten, Bauen und Wohnen, Bodenpreise – wohin geht die Reise?
Auf Einladung des grünen Kreisverbandes, des Landtagsabgeordneten Alexander Schoch und des Denzlinger Ortsverbandes kam der Tübinger Abgeordnete auf seiner Besichtigungstour durchs Land am Montag, den 20. Mai für eine Radtour und für ein Bürgergespräch auch nach Denzlingen.
Als Sprecher für Bau- und Wohnungspolitik ist es das Ziel von Chris Kühn, Ökologie und soziale Gerechtigkeit so zu vereinen, dass günstiges und klimafreundliches Wohnen überall in Deutschland zum Standard wird. Die Menschen und ihr Lebensumfeld stehen dabei im Mittelpunkt grüner Baupolitik, so der Abgeordnete.
Aufgrund des anhaltenden Dauerregens wurde die geplante Radtour durch Denzlingen kurzerhand zu einem virtuellen Spaziergang. Mithilfe des Ortsplans erläuterten Silke Höfflin und Thomas Pantel vom OV Denzlingen einige Objekte und „Problemzonen“ der Gemeinde. Denzlingen entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten von einem landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer Gemeinde mit heute rund 14.000 Einwohnern.
Bei der anschließenden Gesprächsrunde im Belvedere zeigte Chris Kühn in seinem „Bericht aus Berlin“ einige interessante Beispiele. Er verdeutlichte warum bezahlbarer Wohnraum immer knapper werde, er zeigte auf, dass unter den 30 teuersten Städten Deutschlands 15 in Baden-Württemberg sind, er sprach einerseits die Entkoppelung der Wohnkosten vom Einkommen an und zeigte andererseits den drastischen Rückgang des sozialen Wohnungsbaus in Deutschland seit 1990. Im Moment sei der Bedarf nur zu ungefähr 30% gedeckt. Allerdings, so der Wohnraumexperte, herrsche bei der Bauwirtschaft der größte Engpass. Den Fachkräftemangel gebe es bereits seit 10 Jahren.
„Denzlingen ist eine Gemeinde, die mit der Bahn nur 5 Minuten vom Freiburger Zentrum entfernt liegt. Denzlingen ist einer dieser wichtigen Knotenpunkte, an denen die Regionalentwicklung rund um Freiburg entscheidend mitgeprägt wird. Hier muss verdichtet gebaut werden. Es müssen Mietwohnungen und sozialer Wohnraum entstehen, um den Mietendruck in der Region abzufedern. Das ist die Verantwortung von Denzlingen. Aber genauso geht es auch darum, die wunderschöne Landschaft und den dörflichen Charakter zu bewahren. Deswegen muss es heißen: Innen- vor Außenentwicklung. Denn es sind hier gerade die landwirtschaftlichen Flächen, die den ländlichen Raum ausmachen und diese sollten nicht weiter und uneingeschränkt der Außenentwicklung geopfert werden.“, so beschrieb Kühn die Denzlinger Situation aus seiner Sicht.
Sein Fazit: „Wir wollen lebendige Städte und Gemeinden mit aktivem Innenleben, kurzen Wegen und wenig Lärm- und Verkehrsbelästigung. Dafür muss die Planung von Städten und Gemeinden ökologischer und nachhaltiger betrieben werden und sich an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger ausrichten. Die Zukunft gehört dem ökologischen Bauen. Der Nachhaltigkeitsgedanke muss im Bereich Wohnen und Bauen endlich mehr Raum bekommen.“
Alexander Schoch berichtete von der Wohnraumoffensive der Landesregierung, die am 14.05. dem Kabinett vorgelegt wurde. Es seien Wohnraumförderprogramme mit neuen Förderlinien für Kommunen geplant um mehr kommunale Wohnungsbestände im unteren und mittleren Preissegment zu kommen. Mithilfe eines Fonds werden wir die Städte und Gemeinden noch gezielter bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum unterstützt, mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen und Instrumenten. Ein neues Kompetenzzentrum, das als einheitlicher Ansprechpartner eine Lotsenfunktion für alle Planungs-, Bau-, Flächen- und Wohnbelange einnehmen soll, werde geplant. Und schließlich würde ein Grundstücksfonds eingerichtet, der finanzschwache oder durch die Rechtsaufsicht am Erwerb von Grundstücken gehinderte Kommunen unterstützen soll. Auch bei Landesbauordnung, so Schoch, seien einige Veränderungen im Bereich Ladestationen, Fahrradstellplätze und Barrierefreiheit geplant. Für das Wohnraumförderprogramm werden im Doppelhaushalt 2018/2019 500.0000 Euro zur Verfügung gestellte. Auch auf das Programm Entwicklung im Ländlichen Raum (ELR) kam er noch zu sprechen. Denn dort seien Wohnbaumassnahmen seit einigen Jahren einer der Förderschwerpunkte.
„Mit diesen neuen innovativen Förderangeboten im Rahmen der Wohnraumoffensive und einer zukunftsfähigen Landesbauordnung werden wichtige Anreize geschaffen, um den Wohnungsbau im Land weiter nachhaltig anzukurbeln.“, freut sich der Abgeordnete.
Zum Schluss der aufschlussreichen Veranstaltung dankten Alexander Schoch und Barbara Schuler dem OV Denzlingen für die Gastfreundschaft und Chris Kühn für seinen interessanten Beitrag.

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