100 Millionen Euro Schaden durch Borkenkäfer erwartet

100 Millionen Euro Schaden durch Borkenkäfer erwartet

Nach dem extremen Dürre-Sommer 2018 und den Schnee- und Sturmschäden rechnen viele Experten mit einer Käferkatastrophe. Zum jetzigen Zeitpunkt sei etwa die fünffache Menge an Holz mit Käfern befallen wie zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Geschwächte Bäume können nicht schnell genug Harz produzieren um Schädlinge abzuwehren. Borkenkäfer legen Kammern und Gänge unter der Baumrinde an und zerstören so die Wasser- und Nährstoffzufuhr. Das führt bei starkem Befall zum Absterben des Baumes, führt der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch aus.  Es ist daher nur Konsequent, dass der forstpolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion Reinhold Pix aus dieser Situation einen klaren Auftrag an das MLR ableitet und den zügigen Umbau zu einem klimastabilen Mischwald fordert. In diesem Zusammenhang muss auch auf die dramatischen Folgen für den CO2-Speicher Wald, der eigentlich vor einer weiteren Erwärmung schützen soll, verwiesen werden. Land und Kommunen müssen beim Waldumbau beispielhaft vorangehen. Am stärksten vom Klimawandel betroffen sind die Privatwaldbesitzenden in Höhenlage. Sie brauchen jetzt dringend Unterstützung von Land und Bund.

In diesem Zusammenhang verweist Alexander Schoch auch auf eine Pressemitteilung des NABU: 

NABU besorgt über drohende Pestizid-Dusche im Wald
Auch der NABU zeigt sich nach der Massenvermehrung von Borkenkäfer und Schwammspinnern besorgt und warnt vor dem Einsatz von Pestiziden aus der Spritze oder vom Hubschrauber aus. Es gebe wirksame Alternativen zum Gifteinsatz im Wald, so der NABU in einer Erklärung. Der Borkenkäfer könne auch mechanisch bekämpft werden, indem das Holz schnell abgefahren, entrindet und außerhalb des Waldes gelagert werde. Der Schwammspinner fresse die Eichen zwar kahl, die Bäume erholten sich aber in der Regel davon wieder, wenn sie nicht schon stark geschwächt sind.   Insektizide wie in Karate Forst gegen Borkenkäfer oder Dimilin und Bacillus thuringiensis-Präparate gegen die Schmetterlingsraupen des Schwammspinners seien zwar schnell wirkend aber gefährlich für alle Waldinsekten. Die Forstverwaltung schon jetzt einen Plan vorlegen, wie sich in den Schwerpunktregionen befallene Bäume schnell abfahren und entrinden lasse Die Situation zeige, wie dringend es in Baden-Württemberg sei, entschiedener in den Klimaschutz zu investieren und endlich eine Strategie zur Reduktion von Pestiziden in der Land- und Forstwirtschaft vorzulegen.

Verwandte Artikel