Alexander Schoch zu Besuch auf dem Winzerhof Linder in Endingen


Im Rahmen seiner Winzergespräche besuchte der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch den ökologisch wirtschaftenden Winzer Ronald Linder. In seiner gemütlichen Probierstube im Winzerhof in Endingen stellte Linder den Demeter-Betrieb vor, erklärte seine Betriebsphilosophie und berichtete über die Arbeit in Reben und Keller.
Mit der Betriebsübernahme 2011 begann der Winzer sukzessive den Ausstieg aus der konventionellen Bewirtschaftungsweise. Höhepunkt dieser Entwicklung war das Jahr 2016 und der Beitritt zum Demeter-Verband. Mit seiner Wirtschaftsweise verzichtet er weitgehend auf die Schwefelung. Es gibt bereits drei Weine die komplett ohne Schwefel produziert werden. Auch wird zur Vergärung keine Hefe beigefügt und alle Weine werden ungefiltert ausgebaut.
Auch im Weinberg geht Linder eigene Wege. Die Böschungspflege wird von Schafen erledigt und seine Böhmischen Freilaufhühner fressen viele Insekten. Ihre Spezialität ist die Essigfruchtfliege.
Für Linder steht Biodiversität an oberster Stelle. „Durch eine nachhaltige Bodenpflege versuchen wir eine gute Humusschicht aufzubauen. Gerade in einem sehr trockenen Jahr wie 2018, ist die wasserspeichernde Eigenschaft von Humus unglaublich wichtig.“ Auch die Beigabe von Kupfer als Fungizid, so der Winzer, werde sehr vorsichtig gehandhabt. Ziel sei es langfristig auf Kupfer ganz zu verzichten und in den vier Hektar Reben eine vielfältige Permakultur zu etablieren mit Wein, Gemüse,Getreide und Kräutern.
Zur Finanzierung seines neuen Weinkellers, bedient sich Linder eines interessanten Finanzierungskonzeptes, dem Verkauf von Genussrechten. Diese Genussrechte können gegen Naturalien eingetauscht werden. Neben dem Wein werden auch Saft und Fleisch direkt vermarktet. Für die Zukunft ist ein Agroforst –Projekt mit Pappeln, Akazien und Eschen auf einer Fläche von ca. 3 Hektar geplant. Alexander Schoch, Ausschussmitglied im Ausschuss für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zeigte sich beeindruckt von den vielen Ideen des Betriebsleiters und wünschte weiterhin gute und innovative Ideen mit und rund um den Weinbau.

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