Diskussion zum neuen Rheintalbahnfahrplan ab 2020

Emmendinger Oberbürgermeister Stefan Schlatterer wirft Verkehrsminister Hermann Wortbruch vor – Verkehrsministerium weist die Vorwürfe zurück

Nach der Sitzung des Technischen Ausschusses des Emmendinger Gemeinderats, in dem die Planung für den neuen Fahrplan auf der Rheintalbahn vorgestellt wurde, hatte sich OB Stefan Schlatterer kritisch zu Taktlücken, die Kollmarsreute und Mundingen betreffen, geäußert. Die Badische Zeitung zitierte Schlatterer wie folgt: „Minister Hermann hat den Stundentakt zugesagt und jetzt hat er anders entschieden.“ (Badische Zeitung vom 06.12.2018)

Das Verkehrsministerium äußerte sich zu diesen Vorwürfen und wies sie zurück: Der Stundentakt sei nicht bis 2020 sondern bis 2025 umgesetzt werden. Dafür sei aber, so Edgar Neumann (Sprecher des Verkehrsministeriums), die nötige Infrastruktur Voraussetzung. In diesem Fall heißt das: ohne das vierte Gleis auf der Rheintalbahn ist das leider nicht möglich. Die entfallenden Züge in Kollmarsreute und Mundingen müssen Fernzügen aus der Schweiz und Italien weichen, die bei der Trassenvergabe Priorität genießen. Daran muss sich das Land halten. 

Das Verkehrsministerium bedauert, dass sich der Ausbau der Rheintalbahn inzwischen so lange hinzieht.

Weiterhin schlägt Neumann folgende Lösungsmöglichkeiten vor: 

  • evtl. besteht die Möglichkeit einen Ortsteil-Halt gegen 17:00 zu realisieren
  • die Regionalbahn könne einen Halt in Emmendingen auslassen und stattdessen in einem Ortsteil halten
  • Kompromissfindung mit anderen Orten (z.B. Gundelfingen)

Alexander Schoch hofft, dass eine gute Lösung für die Anwohner in Kollmarsreute und Mundingen gefunden werden kann. Die Ausführungen des Ministeriums findet er nachvollziehbar und hofft, dass zukünftige Auseinandersetzungen ohne die unglückliche Wortwahl und nicht angemessene Vorwürfe auskommen werden: „Es darf im Interesse eines attraktiven öffentlichen Personennahverkehrs keine Ausspielung des einen mit dem anderen Haltepunkt geben. Wichtig ist eine gute  Anbindung. Es ist auch nicht sinnvoll, wenn der bisherige attraktive Stadtbusverkehr von Emmendingen durch lange Wartezeiten der Busse am Bahnhof in Frage gestellt werden. Hier muss ein guter Kompromiss im Interesse der Nutzer des ÖPNV gefunden werden.“, so der Abgeordnete. 

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