Europäische Woche der Abfallvermeidung

Alexander Schoch: Jeder einzelne kann im „Kleinen“ seinen Teil zur Abfallvermeidung beitragen

Vor dem Hintergrund der europäischen Woche der Abfallvermeidung weist der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch darauf hin, dass es dringend notwendig ist, einen bewussteren Umgang beim Thema Einweg und Plastik zu fördern. Obwohl es z.B. in Deutschland den höchsten Einwegtütenverbrauch in Europa gibt, sind ordnungsrechtliche Maßnahmen Fehlanzeige. Daher liegt es an jedem einzelnen zur Vermeidung von nur einmal genutzten Papier- oder Plastiktüten beizutragen, denn diese stehen wie kaum ein anderes Produkt für eine Wegwerfgesellschaft.
Das alltägliche Wegwerfproblem lässt neben den Wegwerftüten auch an dem Coffee-to-go-Becher, denen wir täglich an den Bahnhöfen und Innenstädten, aber auch in Betrieben und Schulen begegnen, festmachen. Ein Mehrwegbecher ist eine gute und sinnvolle Lösung, Abfall zu vermeiden. Darum sollte auch an allen Theken die einen Kaffee zum Mitnehmen verkaufen, entsprechende Tassen angeboten und empfohlen werden. Als häufiges Argument gegen Mehrwegbecher wird oft die Hygiene vorgebracht, so behaupten manche Cafés, sie dürften keine von Kunden mitgebrachten Behälter befüllen. Das stimmt jedoch nicht. In der Lebensmittelhygieneverordnung spricht nichts gegen Mehrwegbehälter, sofern diese sauber sind und den Abfüllstutzen der Kaffeemaschine nicht berühren.
Und auch für die Brottüten, die bereits nach wenigen Minuten zu Abfall werden, kann man durch Verwenden von Mehrwegbeuteln ganz einfach Abfall vermeiden und unsere Konsumkultur verändern.
Der beste Abfall ist der, der erst gar nicht entsteht, denn wir produzieren leider immer noch immer mehr Plastikmüll, jedes Jahr kommen vier Prozent dazu. Die Hälfte der fast sechs Millionen Tonnen Plastikmüll entsteht durch Verpackungen. Hinzu kommt das Problem, dass Plastikmüll leicht ist und schnell verweht. Er baut sich nicht ab, sondern zersetzt sich nur langsam in immer kleinere Teilchen, sogenanntes Mikroplastik. Besonders grausam zeigt sich der Kunststoffwahnsinn im Meer, wo Tiere den Müll für ihre Nahrung halten oder sich darin verfangen und elendig verenden. Auch „Bio-Plastik“ darf nicht in der Natur oder auf dem heimischen Kompost landen. Es baut sich nur unter speziellen Bedingungen in technischen Anlagen ab. „Bio-Plastik“ basiert auf Erdöl oder nachwachsenden Rohstoffen. Eine Welt ganz ohne Plastik ist nur noch schwer vorstellbar. Umso wichtiger ist es, dass Plastik anders eingesetzt wird. Für Alexander Schoch ist klar, dass nur langlebige Produkte ohne giftige und gesundheitsschädliche Zusatzstoffe, die recyclingfähig und/oder wirklich in der Natur abbaubar sind als nachhaltig vertretbar betrachtet werden können.
Viele Einwegverpackungen, wie die gerade genannten Beispiele oder Einweggetränkeflaschen ließen sich leicht einsparen, so der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch.

 

Hintergrund: 

Die neunte Europäische Woche der Abfallvermeidung findet vom 17. bis 25. November 2018 in ganz Deutschland, 32 Ländern Europas und angrenzenden Staaten statt. Das Jahresmotto 2018 lautet „Bewusst konsumieren & richtig entsorgen“. Lokale Akteure aus Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz sowie aus dem Bildungsbereich und der Verwaltung organisieren eigene Aktionen vor Ort. Aus dem Landkreis Emmendingen beteiligte sich das Fairkaufhaus mit einem Repaircafé am 17. November.

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