Otmar Binder, Maria Heubuch, Alexander Schoch und Franz Ruetz

Maria Heubuch MdEP mit Alexander Schoch zu Besuch auf dem Lindenbrunnenhof der Familie Binder in Forchheim

Maria Heubuch MdEP besuchte gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Alexander Schoch den Lindenbrunnenhof der Familie Binder in Forchheim

Ende der 90er Jahre zogen die Binders vor die Tore Forchheims, da die alte, seit Generationen bewirtschaftete Hofstätte im Ort zu klein wurde. Auf dem Lindenbrunnenhof werden mittlerweile über 30 verschiedene Sorten Kartoffeln angebaut, die dort aufgrund der sehr guten Forchheimer Böden mit ihrer hervorragenden Wasserführung besonders gut gedeihen.

Neben den Kartoffeln gehören Gemüse (30 Sorten Tomaten, Auberginen, Paprika, …), Obst und Eier zum Sortiment, berichtet Otmar Binder. Ein Großteil der Ernte wird im eigenen Hofladen oder auf Wochenmärkten direkt vermarktet. Außerdem zählt die gehobene Gastronomie im Umland zur Kundschaft. Auf rund 30 Prozent der Anbaufläche werden Soja-Bohnen angebaut und ein Hühnermobil rundet das Angebot ab.

Neben den Klassikern gibt es auf dem Lindenbrunnenhof auch sehr viel Exotisches zu bestaunen. Das liegt an der Experimentierfreude von Christa und Otmar Binder und kommt bei den jungen Kunden in den Städten sehr gut an. Als Beispiel wird den Gästen, zu denen auch Vertreter der Gemeinde und Behörden zählen die Erdmandel oder die Haferwurzel vorgestellt, ein Urgemüse, das Ähnlichkeiten mit der Schwarzwurzel hat.

Seit 2011 wird der Betrieb nach den Vorgaben des Bioland-Verbandes bewirtschaftet. Binder verzichtete bereits davor auf Pestizide und wagte dann den Schritt zur Bioland Zertifizierung, nachdem er Entwicklungen im herkömmlichen Anbau für sich nicht mehr mittragen konnte.

Sorgen bereiten dem Landwirtspaar die zunehmende Arbeitsbelastung, die ausufernde Bürokratie und die steigenden Lohnkosten, die nicht auf die Preise umgelegt werden können. Mit Blick auf Gemüseanbau z. B. in Spanien empfinden sie trotz gleicher Rahmenbedingungen im europäischen Binnenmarkt einen Wettbewerbsnachteil.

Alexander Schoch hebt in diesem Zusammenhang hervor, dass die niedrigen Lebensmittelpreise in Deutschland mit zu diesem Problem führen. Deutschland liege beim Mindestlohn im europäischen Vergleich auf Platz 6 und beim Bruttosozialprodukt und Bruttoinlandsprodukt auf Platz 1. Hier passe Einiges nicht mehr zusammen, so der Abgeordnete weiter.

Die Europaabgeordnete Maria Heubuch zeigte sich sehr beeindruckt von der Vielfalt und der Schaffenskraft der Familie Binder und konnte auch deren Sorgen gut verstehen. Ein zügelloser Markt ohne klare Regeln und Sanktionen könne gerade für kleinere Betriebe das Ende bedeuten. Diesen Entwicklungen müsse unbedingt entgegengewirkt werden. Denn durch ihre leidenschaftliche Arbeit setzen sich viele Landwirte für eine biologische Vielfalt und den Erhalt der Strukturen ein.

Alexander Schoch bedankte sich bei der Familie Binder für den freundlichen Empfang. Er verband seinen Dank mit dem Wunsch, dass auf dem Lindenbrunnenhof gute Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden.

 

 

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