Welterschöpfungstag

Ab jetzt leben wir auf Pump – Deutschland hat einen zu großen ökologischen Fußabdruck, so der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch, Mitglied im Umweltausschuss

Ab jetzt leben wir auf Pump – Deutschland hat einen zu großen ökologischen Fußabdruck, so der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch, Mitglied im Umweltausschuss

Am 01. August war Welterschöpfungstag – das heißt, ab sofort verbraucht die Erdbevölkerung mehr Ressourcen, als die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren kann. Wir leben aus ökologischer Sicht weit über unseren Verhältnissen – und jeder Einzelne muss sein Verhalten ändern.

Da wir die natürlichen Ressourcen, die uns für 2018 zur Verfügung stehen, bereits verbraucht haben leben wir nun „auf Kosten“ der künftiger Generationen.

Dass Deutschland seine natürlich verfügbaren Ressourcen für 2018 aufgebraucht hat,  ergaben Berechnungen der Forschungsorganisation Global Footprint Network. Die Menschen in Deutschland lebten dann für den Rest des Jahres auf Kosten kommender Generationen und der Menschen im Süden, so die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. Dass Deutschland diesen Zeitpunkt etwa eine Woche später als im vergangenen Jahr erreicht, hängt mit wetterbedingten Emissionsschwankungen zusammen, so die beiden Organisationen. Wenn alle Menschen weltweit so leben und wirtschaften würden wie in Deutschland, dann bräuchte die Weltbevölkerung drei Erden. Der ökologische Fußabdruck der Menschen und der Wirtschaft müssten kleiner werden. Deutschland liege im globalen Vergleich im oberen Viertel aller Länder.

Der globale Erdüberlastungstag werde im August erwartet. Bisher sei keine Trendwende in dem viel zu großen Ressourcenverbrauch in Sicht, so Alexander Schoch.

„Der Tag zeigt, dass wir dringend unseren CO2-Ausstoß verringern müssen, der in Deutschland seit 2009 nicht mehr gesunken ist.“ Vor allem bei den Emissionen aus der Energieversorgung und dem Verkehr bestehe dringender Handlungsbedarf. Aber auch der Flächenverbrauch und die Überlastung der Böden durch Düngemittel überfordere den Planeten.

Für den Landtagsabgeordneten muss gerade die jetzige Bundesregierung den Klimaschutz vorantreiben. Wichtig hierbei ist auch, dass die Klima- und die Agrarpolitik zusammen gedacht wird.

Hintergrund:

Was wir verbrauchen dürften, damit sich die Erde in einem Jahr regenerieren kann

  • Niemand dürfte mehr ein eigenes Auto haben, sondern müsste nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren – und auch das nur etwa 100 Kilometer pro Woche.
  • Auch Langstreckenflüge wären nie möglich. Um auf eine einigermaßen umweltverträgliche CO2-Bilanz zu kommen, wären wenige Stunden Flugzeit pro Jahr die absolute Obergrenze.
  • Bei der Nahrung müssten vorwiegend regionale Produkte gekauft werden – am besten unverpackt und ohne große Transportwege. Fleisch gäbe es sowieso nur zu besonderen Anlässen.

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