Landwirtschaftsminister Hauk und Alexander Schoch MdL mit Familie Roser vom Hinterhaushof

Minister Peter Hauk und Alexander Schoch besuchen den Hinterhaushof in Oberspitzenbach

Herausforderungen der Landwirtschaft im Landkreis Emmendingen:
Minister Peter Hauk und Alexander Schoch besuchen den Hinterhaushof in Oberspitzenbach
Schoch fordert: Lagedifferenzierte Düngeregelung

Im Rahmen seiner Sommertour lud Alexander Schoch Landwirtschaftsminister Hauk in den Wahlkreis ein um ihn über die besonderen Herausforderungen der Landwirtschaft im Landkreis Emmendingen zu informieren.

Auf dem Hinterhaushof in Oberspitzenbach produziert die Familie Roser bereits seit 2007 Biomilch.

Von der Betriebsfläche ist etwas mehr als die Hälfte Grünland, ansonsten überwiegend Wald und Ackerfläche. Die 28 Kühe mit Nachzucht werden überwiegend auf der Weide gehalten. Neben ein paar Ziegen und Hühnern gehört noch eine Brennerei zum Hof.

Alexander Schoch konnte auf dem Hof Gutachs Bürgermeister Urban Singler, Landwirte aus der Nachbarschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter von Behörden und Verbänden begrüßen. Der Landschaftserhaltungsverband wurde durch Geschäftsführer Hans Page vertreten, Peter Ackermann war für das Landwirtschaftsamt anwesend und Judith Bothe für das Regierungspräsidium.

Der Klimawandel und die daraus resultierenden länger andauernden Trockenperioden machen auch den Rosers zu schaffen. Der dadurch oftmals resultierende Futterzukauf verursacht zusätzliche Kosten.

Wenn Beate Roser den elterlichen Betrieb übernimmt, wird sie von der Milchwirtschaft auf Ammenkuhhaltung umstellen. Das habe sie bereits entschieden, so die Jungbäuerin.

Ein großes Thema sei die seit Jahren ausufernde Bürokratie und eine oft nicht praxistaugliche Überreglementierung, die den Bauern das Leben immer schwerer macht.

Beim Gespräch mit der Familie Roser und den Landwirten aus der Nachbarschaft wurde gegenüber Minister Hauk kritisiert, dass eine undifferenzierte Verschärfung der Düngeverordnung zu einer pauschalen „Bestrafung“ aller Landwirte führe. Die Landwirte stellten die Besonderheiten der Gülleausbringung im Hochschwarzwald dar, die sich aufgrund unterschiedlichster Rahmenbedingungen gegenüber dem Flachland unterscheiden und daher auch eine lage-differenzierteren Betrachtung notwendig machen.

Dass die Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft im Landkreis sehr gut sei, freute den Minister. Er stellte fest, dass das MLR gerade die kleinen und mittleren Betriebe unterstützen muss. Der Erhalt der bäuerlichen Strukturen im Schwarzwald und die Offenhaltung der Landschaft seien nur mit diesen Betrieben möglich, ergänzte Alexander Schoch.

Entbürokratisierung sei ein wichtiges Thema bei den anstehenden Verhandlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik. Es sei zu erwarten, dass die Länder wieder mehr Eigenverantwortlichkeit erhalten werden, so der der Minister. Eine gute Ausgestaltung bietet hier eine Chance. Hinsichtlich des Budgets für den gemeinsamen Markt wird es keine Erhöhungen aufgrund des Austritts von Großbritannien aus der EU geben. Es bleibt zu hoffen, dass die Mittel nicht weniger werden. Wichtig sei es gerade für die bäuerliche Landwirtschaft die zweite Säule zu stärken und die erste Säule zu deckeln, ergänzte Schoch.

Minister Hauk und der Landtagsabgeordnete Schoch berichteten, dass die zweite Ausschreibung der Biomusterregion angelaufen sei und dass der Landkreis Emmendingen auch vor dem Hintergrund des ökologischen Kompetenzzentrums Hochburg die Chance nutzen wird, sich zu bewerben. „Die Biomusterregion ist eine hervorragende Möglichkeit die regionale Wertschöpfung zu verbessern und gleichzeitig die kleinen Strukturen zu fördern“, fasste der Abgeordnete zusammen.

Um die regionale Wertschöpfung zu verbessern habe das Landwirtschaftsministerium eine Kampagne für Verbraucher und Erzeuger entwickelt, so Minister Hauk.

Zu den weiteren Themen der anregenden Gesprächsrunde zählten auch Viehtransporte und die Situation der Hofübernahme.

Alexander Schoch bedankte sich bei der Familie Roser für die Einladung und für die interessante Diskussion, die viele Anregungen für die weitere Arbeit ergeben haben.

 

 

 

Verwandte Artikel