Der Wolf ist zurück in Baden-Württemberg

Alexander Schoch: „Wir brauchen eine klare Herdenschutzregelung!“

Nach dem mutmaßlichen Angriff eines Wolfes auf eine Schafsherde in Bad Wildbad wird ein weiteres Mal deutlich: der Wolf ist zurück in Baden-Württemberg. Noch handelt es sich um Tiere auf der Durchreise, sesshafte Tiere sind bisher keine bekannt. „Die bisher bekannten Wolfsrisse im Land zeigen, dass es Handlungsbedarf gibt. Die betroffenen Tierhalter brauchen schnelle und unbürokratische Unterstützung. Ihr Beitrag zu“, sagt Alexander Schoch.  

Das baden-württembergische Umweltministerium arbeitet bereits eng mit dem Landesschafzuchtverband und dem Naturschutzbund zusammen, außerdem gibt es eine enge länderübergreifende Zusammenarbeit mit Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland mit dem Ziel eines umfassenden Wolfsmanagements. Die Tiere sollen engmaschig beobachtet werden, so dass Weidetierhalter schnell informiert werden können. Sobald ein Wolf oder ein Rudel sesshaft wird, gilt ein Gebiet als Wolfsregion. Dann werden Präventionsmaßnahmen gefordert. Das Land hat sich mit dem Landesschafzuchtverband darauf geeinigt, Schutzzäune in Höhe von 90cm vorzuschreiben. Ein solcher Schutzzaun muss die gesamte Weide umfassen und darf keine Schlupflöcher bieten. Ist dies der Fall, erfüllt der Tierhalter im Fall eines Wolfsrisses auch in einer so genannten Wolfsregion die Voraussetzungen für eine Entschädigung. Die Anschaffung solcher Zäune kann bis zu 90% bezuschusst werden. Außerdem ist geplant, in der nächsten Förderperiode auch Herdenschutzhunde mit in das Programm aufzunehmen. Fallen Weidetiere einem vorbeiziehenden Wolf zum Opfer, werden diese auch ohne die in Wolfsregionen vorgeschriebenen Maßnahmen kompensiert. „Auch Kleinbetriebe und Hobbytierhalten sollten entsprechende Schutzmaßnahmen treffen.“, betont Alexander Schoch. „Für die Kulturlandschaften in Baden-Württemberg leisten Weidetierhalter einen unverzichtbaren Beitrag, daher ist es auch die Aufgabe des staatlichen Naturschutzes dafür zu sorgen, dass die Schäfer ihren Beruf weiter ausüben können. Es gilt nun, auf Baden-Württemberg zugeschnittene Lösungen zu finden, die Weidetierhaltung und Wolf gleichermaßen schützen.“

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