Gute Schule wird vor Ort gemacht

Alexander Schoch und Andreas Schwarz MdL unterwegs in Waldkirch zum Thema Bildung

Anlässlich des fünften Geburtstages der Gemeinschaftsschulen im Land besuchte der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg und der Wahlkreisabgeordnete Alexander Schoch gemeinsam mit dem neuen Schulamtsdirektor Dr. Werner Nagel und Karin Schäfer-Koch, Professorin an der PH Karlsruhe, und Elternvertreterin Sandra Hans die Kastelbergschule.

 

Schulleiter Manfred Kasten führte die Gruppe durch die Schule. In einem sehr interessanten und spannenden Gespräch mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 5-8 berichteten diese von ihrem Schulalltag. Die Schüler waren sich einig, dass sie gerne zur Schule gehen und besonders das eigenständige Arbeiten schätzen. „Ich kann mich hier verbessern ohne die Schule wechseln zu müssen“, war ein Grund, sich für die Gemeinschaftsschule entschieden zu haben. Wenn sie sich Veränderungen wünschen dürften, hätten die Kinder gerne mehr Sportunterricht, einen späteren Schulbeginn und mehr Flexibilität bei der Fächerwahl.

 

Natürlich stand auch ein Gespräch mit VertreterInnen des Lehrerkollegiums und der Eltern auf der Agenda. „Was läuft gut an der Gemeinschaftsschule, was kann verbessert werden?“, wollte Alexander Schoch wissen. Hier wurde besonders positiv der große Teamgeist hervorgehoben. Die Zusammenarbeit im Kollegium mit verschiedenen Erfahrungen sei bereichernd und das Verhältnis zu den Kindern als sehr eng.

 

Bedauert wurden fehlende Möglichkeiten, Schülern mit mehr Förderbedarf einen Abschluss anzubieten. Da alle Lehrenden gleich eingesetzt werden, wünscht man sich auch gleiche Besoldung.. Hier sollte der Gemeinschaftsgeist der Schule, der sonst stark empfunden wird, nicht halt machen. Manfred Kasten wünscht sich außerdem mehr Unterstützung bei kurzfristigen Krankheitsfällen, denn an Ganztagsschulen können die Stunden nicht ausfallen, so dass Krankheitswellen eine große Belastung für das Kollegium sind. 

Die beiden Politiker bedankten sich für die Gespräche. „Besonders die Schülerinnen und Schüler haben mich durch ihre Freude am Lernen und ihr Selbstbewusstsein im Gespräch beeindruckt“, so Andreas Schwarz. Alexander Schoch versprach, weiterhin im Gespräch zu bleiben und in regelmäßigen Abständen das Gespräch zu suchen. Die Gemeinschaftsschule in Waldkirch liege ihm sehr am Herzen. „Die Gemeinschaftsschule ist eine leistungsstarke und sozial gerechte Schule. Wie gut die Umsetzung in Waldkirch gelingt, sieht man auch daran, dass ihr Einzugsgebiet von allen Waldkircher Schulen am größten ist.“, so der Abgeordnete. 

 

 

Abends trafen die Abgeordneten Schwarz und Schoch im Gewölbekeller der Elztalmuseums noch einmal mit Prof. Karin Schäfer-Koch und Sandra Hans zur Podiumsdiskussion zusammen. Ergänzt wurde die Runde von Doro Moritz (Landesvorsitzende der GEW) und Rainer Urschel (Schulleiter Schwarzenbergschule Waldkirch). Die unterschiedlichen Blickwinkel auf Schule und Bildung wurden mehrfach deutlich. Einig waren sich die Diskutanten jedoch, dass Schule ausreichend Ressourcen brauche, sowohl personell als auch von den Schulträgern. Schwarz wies darauf hin, dass es durch den Fachkräftemangel oft nicht gelinge, auch eigentlich zur Verfügung stehende Stellen zu besetzen. Im letzten Haushalt wurden deshalb 200 neue Studienplätze an Pädagogischen Hochschulen eingestellt.

Außerdem sollen Schulleitungen durch mehr Entlastungsstunden stärker unterstützt werden. Aus dem Publikum gab es zahlreiche Wortmeldungen. Hier wurde besonders betont, dass die Grundschulen stärker im Fokus der Politik stehen sollten: „Man muss das Bildungssystem vom Kopf auf die Füße stellen! Grundschulen brauchen mehr Geld.“, sagte ein Zuhörer, womit er auf breite Zustimmung traf. Weniger Konsens herrschte über die Sekundarstufen: die Spanne der Wünsche reichte von „eine Schule für alle und längeres, gemeinsames Lernen“ bis hin zu „mehr Vielfalt in der Schullandschaft“. Forderungen, die kaum unter einen Hut zu bringen sind. So sei das auch in der Bildungspolitik, berichteten Schoch und Schwarz, die Suche nach Kompromissen erweise sich oft als Herausforderung, der man sich aber weiterhin stellen wolle. Aus der Diskussion in Waldkirch nehmen beide wichtige Anregungen nach Stuttgart mit.

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