Arbeit 4.0: Die Arbeitswelt im digitalen Wandel

Unsere Jobs werden künftig technischer, flexibler und automatisierter. Überwiegen Chancen oder Risiken der Arbeit 4.0? Bei einem Fachgespräch diskutierten darüber unsere Abgeordneten mit Experten.

Alexander Schoch ist Mitveranstalter des Fachgesprächs und Arbeitsmarkt-Experte der Grünen-Fraktion. Für ihn stehen mehrere Fragen im Vordergrund:
– Welche Chancen eröffnen sich durch eine digitalisierte Arbeitswelt? 

– Welche Herausforderungen kommen auf die Beschäftigten zu?

– Wie gelingt es, dass der Mensch weiterhin im Mittelpunkt steht?

Schoch: „Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt fundamental verändern, was notwendige Konsequenzen hinsichtlich Arbeitsbedingungen, Qualifikation und den Arbeits- und Gesundheitsschutz haben wird, denen sich Unternehmen, Verwaltungen, Gewerkschaften und Politik stellen müssen.“

Im Video erklärt er, wie sich unsere Arbeit durch den digitalen Umbruch verändern wird.

 In vielen Branchen macht sich der digitale Wandel durch steigende Anforderungen bemerkbar. Die wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Andrea Lindlohr, hat Verständnis für die Sorgen der Arbeitnehmer. Aber: „Wir sind uns sicher: Wir können und wollen diese Entwicklung nicht aufhalten. Wir müssen dafür sorgen, dass niemand abgehängt wird.“

Lindlohr weiter: „Wir müssen Menschen befähigen und qualifizieren. Digitalisierung schafft bessere Möglichkeiten, sich zu informieren und weiterzubilden. Weiterbildung und Qualifizierung sind die Schlüssel der Arbeitswelt 4.0.“

Robert Helmrich, Arbeitsbereichsleiter im Bonner Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), glaubt nicht, dass Millionen Arbeitsplätze verloren gehen. „Was sich verändern wird, ist aber das Berufsbild von rund 1,5 Millionen Jobs in Deutschland.“

Mehr als 50 Teilnehmer und Interessenten verfolgten die Diskussionen im Fraktionssitzungssaal in Stuttgart.

Natalia Jaekel vom baden-württembergischen Innenministerium berichtet, welche Rolle Digitalisierung schon jetzt im Behördenalltag spielt – von digitalen Übersetzern an Gerichten über das digitale Knöllchen bis zur automatisierten Einbruchsanalyse der Polizei (Precobs).

Um den Wandel erfolgreich zu gestalten, gibt es ihr zufolge noch Verbesserungsbedarf in der Verwaltung: So müssten hierarische Strukturen aufgebrochen werden, um Mitarbeiter besser in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Außerdem sollten Führungskräfte den Angestellten mehr Freiräume, neue Formen der Zusammenarbeit und mehr mobiles Arbeiten ermöglichen. 

Dazu Schoch weiter: „Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt fundamental verändern, was notwendige Konsequenzen hinsichtlich Arbeitsbedingungen, Qualifikation und den Arbeits- und Gesundheitsschutz haben wird, denen sich Unternehmen, Verwaltungen, Gewerkschaften und Politik stellen müssen.“

Im Video erklärt er, wie sich unsere Arbeit durch den digitalen Umbruch verändern wird.

Bei flexiblen Arbeitsmodellen gilt Bosch als Vorreiter. Teilzeit, Home Office oder Job Sharing: Über 100 verschiedene Arbeitsmodelle bietet das Unternehmen an. Siegfried Czock, Leiter Aus- und Weiterbildung von Bosch, setzt auf kontinuierliche innerbetriebliche Weiterbildung und „digitale Lernfitness für Ausbilder“. 

Auch Peer-Michael Dick (Hauptgeschäftsführer LV Baden-Württembergischer Arbeitsgeberverbände) war zum Fachgespräch gekommen. Er meint: „Einen nennenswerten Abbau von Arbeitsplätzen wird es nicht geben. Ich erwarte sehr viel mehr Produkte und günstigere Preise auf dem Markt.“

Als weiteres Thema steht die Digitalisierung in den Kommunen im Fokus. Die zentrale Botschaft von Gemeindetag-Präsident Roger Kehle: „Das Rathaus der Zukunft muss sich an 24/7-Prinzip unserer Gesellschaft anpassen, die Erwartungshaltung der Bürger muss die Verwaltung erfüllen.“ Schnellere Wege auf dem Amt sollen durch kommunale Apps, benutzerfreundliche Internetseiten und digitale Mitteilungsdienste erreicht werden.

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