Schoch begrüßt Aufnahme von Orgelbau ins Weltkulturerbe

Orgelbau und -musik wurden vom zwischenstaatlichen Ausschuss der UNESCO in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen, das hat der jährlich zusammen tretende Ausschuss aus 24 gewählten Staaten, im Dezember in Südkorea entschieden.

In der Liste des immatriellen Kulturerbes werden Kulturformen, wie mündliche überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen, gesellschaftliche Bräuche und Feste, darstellende Künste, Handwerkstechniken oder Formen gesellschaftlicher Selbstorganisation geführt. Sie umfasst inzwischen 377 Formen des Immateriellen Kulturerbes, 53 Elemente auf der Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes und 17 gute Praxisbeispiele zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes.
Aus Deutschland sind neben dem Orgelbau noch Falknerei und die Organisationsform der Genossenschaften vertreten. Das bundesweite Verzeichnis der deutsche Unesco-Kommission umfasst inzwischen 68 Kulturformen und vier Programme, die für die UNESCO-Liste vorgeschlagen werden sollen.  Mit der Einschreibung verpflichten sich die Vertragsstaaten, das Immaterielle Kulturerbe auf ihrem jeweiligen Staatsgebiet zu fördern.

Dazu Alexander Schoch: „Die Kultur von Orgelbau und -musik ist ein wichtiger Teil der deutschen Musikgeschichte, der meine Heimatstadt Waldkirch besonders geprägt hat. Hier werden seit dem frühen 19. Jahrhundert alle Arten von Orgeln gebaut, noch heute gibt es fünf Werkstätten und jährlich kommen zum Orgelfest Musikfreunde aus aller Welt ins Elztal und können verschiedenste Instrumente von der großen Kirchenorgel bis hin zur handlichen Drehorgel kennen lernen. Die Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes wird dabei helfen, diese Tradition auch in Zukunft zu bewahren.“

Hintergrundinformationen

Die Tradition der Orgelmusik und des Orgelbaus ist über 2000 Jahre alt. Sie gelangte während der Herrschaft Karls des Großen im Rahmen des kulturellen Austausches mit Byzanz nach Europa. Hier wurde die Technik weiter entwickelt und seit dem Mittelalter wurden immer mehr Kirchen mit Orgeln ausgestattet. Mit den Kirchengebäuden wuchsen auch die Orgeln, was die Orgelbauer dank ihres Wissens um ihr traditionelles Handwerk und dessen Verbindung mit innovativer Technik meisterten. Die Instrumente inspirierten viele große Komponisten zu beeindruckenden Orgelkonzerten, die noch heute Zuhörer anziehen. Heute ist die Orgelmusik den meisten Menschen aus dem liturgischen Kontext bekannt.

 

 

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