Parco Storico di Monte Solo erinnert an die Greueltaten der SS in Marzabotto

Im Rahmen einer Italienreise besuchte Alexander Schoch den Parco Storico di Monte Sole in Marzabotto bei Bologna. Der Park erinnert an das Massaker von Marzabotto, bei im Herbst 1944 über 770 Menschen von der SS und der deutschen Wehrmacht getötet wurden. Menschen wurden auf dem Friedhof zusammen getrieben und erschossen, in einem Andachtsraum eingesperrte Personen ermordete die SS mit Handgranaten. Diese sog. „Strafaktion“ sollte angeblich gegen Partisanen gerichtet sein, auf der Liste der Opfer finden sich aber 213 Kinder unter 13 Jahren, jedoch kaum Männer im wehrfähigen Alter.

Das Massaker gilt als das größte deutsche Kriegsverbrechen auf italienischem Boden. Eine Historikerkommission aus beiden Ländern legte einen Bericht vor, in dem 5000 Fälle von Übergriffen von deutschen Truppen dokumentiert wurden.

Der deutsche Umgang damit belastete die Beziehungen zwischen Italien und Deutschland lange Jahre. Während die Täter in Italien verfolgt und verurteilt wurden, befassten sich deutsche Staatsanwaltschaften nur zögerlich mit den Verbrechen. Weil die italienischen Urteile in Deutschland nicht vollstreckt werden können, lebten viele der Täter unbehelligt von Strafverfolgung in Deutschland. Die Diskrepanz wird besonders deutlich am Fall von Wilhelm Ernst Kusterer, der in Italien 2008 zu lebenslanger Haft und Zahlung von Schadensersatz verurteilt worden war, aber 2016 in seiner Heimatgemeinde Engelsbrand in Baden-Württemberg eine Ehrenmedaille für sein besonderes Engagement erhalten hatte. Erst durch Intervention aus Italien wurde der Bürgermeister von Engelsbrand darauf aufmerksam. Einer Aberkennung der Medaille kam Kusterer dann durch deren Rückgabe zuvor.

„Ich bin froh, dass der Parco Storico di Monte Solo in so beeindruckender Weise an die Greueltaten der SS in Marzabotto erinnert.“, sagte Alexander Schoch. „Die hier eingerichtete Friedensschule, in der Jugendliche aus Italien und Deutschland, aber auch aus Israel und Palästina, in regelmäßigen Abständen zusammen treffen, macht Hoffnung, dass auch kommende Generationen den Frieden bewahren werden und Verständigung auch nach schlimmsten Verbrechen möglich ist.“

 

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