Bio-Muster-Region wäre eine Riesenchance für den Landkreis

Vor dem Hintergrund einer gemeinsamen Bewerbung von Landkreis Emmendingen und der Stadt Freiburg für das Siegel einer „Bio-Musterregion Baden-Württemberg“ ist sich Alexander Schoch, Mitglied im Ausschuss Ländlicher Raum und Verbraucherschutz sicher: „Ein Zuschlag für unsere Region würde einen erheblichen Schub nicht nur für die ökologische Landwirtschaft sondern auch für den Tourismus und das landwirtschaftliche Zentrum auf der Hochburg mit sich bringen. Gerade in unserer kleinteiligen Landwirtschaft spielt die biologische Produktion eine immer größere Rolle. Die Entwicklung kann eine Bio-Musterregion positiv unterstützen.“ Auch die Konsumgewohnheiten der städtischen Bevölkerung würden sich besser berücksichtigen lassen. Pro Regierungsbezirk kann es nur einen Zuschlag geben.
Sollte das Ergebnis des Wettbewerbs positiv für die Region ausfallen, übernimmt das Land drei Jahre lang drei Viertel eines Regionalmanagements. Die Finanzierung des restlichen Viertels teilen sich der Landkreis Emmendingen und die Stadt Freiburg.
 
Hintergründe zur Bio Musterregion
Idee der Bio-Musterregionen und des Wettbewerbs
Die Landesregierung Baden-Württembergs hat sich zum Zielgesetzt, einen Beitrag zu leisten, um die steigende Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln künftig stärker aus regionaler Erzeugung gedeckt werden kann. Regionalität und Nachhaltigkeit wird aufgrund der kurzen Transportwege, der guten Qualität der Produkte und der Transparenz von vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern geschätzt.
 
Insgesamt stärken Vermarktung und Konsum von regionalen und ökologischen Produkten die Wertschöpfung und Beschäftigung in der Region. Landwirtschaftliche Betriebe, regionale mittelständische Unternehmen sowie Wirtschafts- und Sozialpartner sind aufgefordert, sich in Innovations- und Wandlungsprozesse einzubringen, um so ihr Umfeld aktiv mitzugestalten und dazu beizutragen, dass Regionen attraktiv und lebendig bleiben.
Vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz wird die Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus in Baden-Württemberg unterstützt und daher dieser Wettbewerb für Bio-Musterregionen in Baden- Württemberg ausgeschrieben. Mit dem Wettbewerb „Bio-Musterregionen Baden-Württemberg“ soll das Bewusstsein für ökologischen Landbau und Ökolebensmittel bei den Menschen in den Regionen und bei den politisch verantwortlichen Gremien gestärkt werden. Bewerben können sich Regionen. Kern der Förderung wird die Finanzierung eines Regionalmanagements für die im Wettbewerb ausgewählten Regionen sein.
 
Wer kann sich bewerben?
 
Am Wettbewerb teilnehmen können regionale bzw. kommunale Zusammenschlüsse, Gruppen mit Kooperationsvertrag und einem Leadpartner, die mit ihren Konzepten die regionale Wertschöpfung bzw. Umweltleistung durch ökologischen Landbau verbessern und dafür ein Beispiel sein wollen. Kern der Bio-Musterregionen sind kommunale Verbünde von mehrerer Gemeinden und / oder Kreisen, die die Bewerbung als Region zum Wettbewerb einreichen.

Die Regionen definieren sich als Region selbst und reichen ihre innovativen Konzepte ein. Dazu binden sie weitere Akteure aus der Region in Sachen ökologischer Landbau mit ein. Die Regionen sollten mindestens drei Gemeinden umfassen und höchstens eine Dimension von der vergleichbaren Größe zweier Landkreise haben. Sehr gerne kann die Region landkreisübergreifend gestaltet werden
 
Anforderungen an das Konzept
Teil der Bewerbung ist die Einreichung eines Konzeptes für die Region. Für die Bewerbung ist die beigeführte Gliederung mit den entsprechenden Kriterien zu beachten. Innovative Konzeptideen zum ökologischen Landbau beziehen sich entlang der Wertschöpfungskette auf Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Öko-Lebensmitteln über verschiedene Absatzwege.
Im Konzept müssen Aussagen zu den Bereichen ökologische Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung getroffen werden.
Weiterhin soll das Grundkonzept ergänzt und vernetzt werden durch Aktivitäten und Teilprojekte in weiteren Bereichen, wie z. B. Tierwohl, Streuobst, Biodiversitäts- bzw. Ressourcenschutzfragen. Eine vielfältige Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit rundet das Konzept ab. Die Ausführungen sollen sich auf die Region und ihre Besonderheiten beziehen. Dabei ist für die verschiedenen Themenbereiche der Ist-Zustand zu erheben (Stärken-Schwächen-Analyse sowie Chancen-Risiken-Analyse) und darzustellen. Wichtig sind die klare Herausarbeitung der angestrebten Ziele und deren Realisierungszeitraum. Überlegungen zu Aktivitäten, Maßnahmen und Projekten für mehr Bio aus der Region sind auszuführen.

Es geht darum, die in jeder Region vorhandenen Potenziale aufzutun, vorhandene Strukturen zu beleben oder neue aufzubauen. In jeder Region gibt es aktive, unternehmerische Menschen, die etwas bewegen wollen. Diese gilt es einzubinden. Die Konzepte sollen vorrangig regionale Wirtschaftskreisläufe stärken, und damit vielfältige, Vermarktungswege für ökologische Lebensmittel wesentlich verbessern helfen. Die Angabe des geplanten Sitzes des Regionalmanagements ist im Konzept zwingend erforderlich.

Entscheidend für die Zuordnung zu einem Regierungsbezirk ist der geplante Sitz für das Regionalmanagement.
Ablauf des Wettbewerbs
 
Im Rahmen dieser Ausschreibung ist je Regierungsbezirk eine Bio-Musterregion zur Förderung vorgesehen.
Zuständig für die Entscheidung im Auswahlverfahren für die Bio Musterregionen ist ein eigens für diesen Wettbewerb eingerichtetes Entscheidungsgremium bestehend aus Experten der ökologischen Landwirtschaft, Politik und Verwaltung. Basis der Bewertung ist der Kriterienkatalog. Das Gremium wählt aus den Bewerbungen die besten  Konzepte aus und entscheidet über die Zulassung zur Förderung.

Mit einem Preisgeld wird der Aufwand der Konzepterstellung honoriert.
Folgende Vorgehensweise ist vorgesehen.
1. Platz je Regierungsbezirk: kein Preisgeld, da diese Region zur Bio-

Musterregion wird und damit einen Antrag auf Förderung des Regionalmanagements stellen kann

2. Platz je Regierungsbezirk: 2.000 € Preisgeld für das Konzept

3. Platz je Regierungsbezirk: 1.000 € Preisgeld für das Konzept
 
Ablauf der Förderung der ausgewählten Bio-Musterregionen und Rolle des Regionalmanagements
Für den Fall der Auswahl als Bio-Musterregion fördert das Land die Umsetzung des Konzeptes durch eine/n Regionalmanager/in für drei Jahre zu 75%. Die restlichen 25% sind durch die jeweilige Region zu finanzieren. Das Regionalmanagement initiiert und begleitet entsprechend des eingereichten Konzeptes Prozesse in der Region und unterstützt die Zusammenarbeit im Agrarsektor. Dabei werden vorhandene Netzwerke genutzt und neue bedarfsgerecht geschaffen.
Das Regionalmanagement unterstützt und entwickelt Aktivitäten, Maßnahmen und Projekte für mehr Bio aus der Region. Die vorhandenen Förderinstrumente (z. B. FAKT, AFP, Diversifizierung, Marktstrukturförderung)

gilt es, für ein Mehr an Bio in den Regionen zu integrieren. Eine enge Zusammenarbeit mit den unteren Landwirtschaftsbehörden ist anzustreben. Eine Vernetzung der Bio-Musterregionen und deren Aktivitäten mit Maßnahmen der Regionalkampagne sowie mit den Aktivitäten der MBW Marketinggesellschaft Baden-Württemberg ist sicherzustellen.

Dies gilt für die Nutzung des Biozeichens Baden-Württemberg ebenso wie für Maßnahmen der Absatzförderung im Rahmen von Entwicklungs- und Marketing-projekten. Eine Vernetzung mit weiteren Aktivitäten und Akteuren der Region, die zu den Zielen der Bio-Musterregionen beitragen können, ist ausdrücklich erwünscht. Dabei ist eine Doppelförderung auszuschließen.
 
Bewerbungsfrist und Ansprechpersonen
Die Anmeldung zum Wettbewerb mit den erforderlichen Unterlagen hat termingerecht bis zum 30. November 2017 beim Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg
 
Weitere Infos:
 

 

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