Schoch begrüßt Stilllegung von Fessenheimer Reaktor und fordert, das AKW abgeschaltet zu lassen

PRESSEMITTEILUNG 69/2016
Emmendingen den 19.10.2016

Der französische Energiekonzern EDF muss außerplanmäßig fünf Reaktoren vorübergehend stilllegen. Diese Maßnahme sei notwendig, um die Funktionstüchtigkeit mehrerer Dampferzeuger zu kontrollieren, teilte die französische Atomaufsicht am Dienstagabend mit. Die Überprüfung müsse innerhalb von drei Monaten stattfinden. Betroffen ist davon auch Reaktor 1 des Kernkraftwerks Fessenheim an der deutsch-französischen Grenze im Elsass.

Damit liegen beide Reaktoren von Frankreichs ältestem noch laufenden Atomkraftwerk zumindest vorübergehend still. Reaktor 2 wurde bereits Mitte Juni abgeschaltet – zunächst für eine Kontrolle, später hatte die Atomaufsicht ein Prüfzertifikat entzogen. Über eine endgültige Schließung wird seit langem diskutiert. Beim Besuch des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann und Umweltminister Franz Untersteller Ende September in Paris hatte die französische Umweltministerin Ségolène Royal einen Abschaltungstermin 2018 in Aussicht gestellt. Ein entsprechender Antrag soll noch in diesem Jahr gestellt werden.

Nach Auffassung von Alexander Schoch sollte das AKW bereits jetzt abgeschaltet bleiben: „Das AKW Fessenheim ist mit seinen vielen Pannen ein Risikokraftwerk und gefährdet die Menschen in der Region“, so der Abgeordnete. Hintergrund der angeordneten Überprüfung sind Unregelmäßigkeiten in Unterlagen des Konzerns Areva, der Bauteile für Atomkraftwerke herstellt. Die Atomaufsicht fürchtet, dass das Material von Dampferzeugern, die in den betroffenen Kraftwerken verbaut sind, nicht so stabil ist, wie es sein sollte. Die Teile sind wichtig für die Kühlung des Kraftwerks. In ganz Frankreich müssen sieben weitere Reaktoren überprüft werden, die allerdings bereits wegen planmäßiger Kontrollen abgeschaltet sind.

 

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