Alexander Schoch MdL besucht Christian Ramm, den Leiter der AA Freiburg

Berufliche Orientierung als wichtiger Baustein zur Sicherung des Fachkräftebedarfs – Alexander Schoch im Gespräch mit Christian Ramm

Die Berufsorientierung und die aktuelle Situation der Arbeitsmarktintegration der Flüchtlinge standen im Fokus des Informationsgespräches des Landtagsabgeordneten Alexander Schoch mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Freiburg Christian Ramm.

Für den Arbeitsmarktpolitischen Sprecher der Landtagsfraktion unterliegt der Zugang nicht anerkannter Flüchtlinge zum Arbeitsmarkt den Bestimmungen des Aufenthaltsgesetzes und der Beschäftigungsverordnung. Seit 2014 wurden diese Bestimmungen schrittweise gelockert.

Weitere integrationserleichternde Maßnahmen wurden durch das im Oktober 2015 in Kraft getretene Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz geschaffen. Beispielsweise das Recht auf kostenfreie Teilnahme an Sprachkursen des Bundes für Flüchtlinge mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit. Dennoch erweist sich die arbeitsrechtliche Situation für die Beschäftigung von Flüchtlingen weiterhin als sehr komplex und oft nicht durchschaubar.

Nachhaltige Arbeitsmarktintegration setzt gute Qualifizierung voraus. Die Priorisierung einer qualifizierten Tätigkeit ist daher zu unterstützen. Gerade die VABO-Klassen* an den beruflichen Schulen und viele Betriebe im Landkreis Emmendingen  leisten mit der Bereitstellung von Praktikumsplätzen eine wichtige Voraussetzung für die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt.

Um auch eine bessere Berufsorientierung an den Schulen zu erreichen, verankerte die grün-geführte Landesregierung in den neuen Bildungsplänen ab dem Schuljahr 2016/17 die Leitperspektive „Berufliche Orientierung“ und führe ein neues Schulfach „Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung“ in allen weiterführenden Schulen und auch den Gymnasien ein, berichtete Alexander Schoch.

Vor diesem Hintergrund schuf die Landesregierung das Landeskonzept Berufliche Orientierung, das in der Region Freiburg (LK Breisgau-Hochschwarzwald, LK Emmendingen und Stadt Freiburg) durch eine Vereinbarung mit dem Regierungspräsidium, dem Staatlichen Schulamt Freiburg und der Agentur für Arbeit Freiburg verankert werden soll.

Jugendliche, die heute ihre berufliche Zukunft planen, stehen vor gewaltigen Herausforderungen: Der dynamische Wandel der Arbeit, globalisierte Märkte, die Veränderung der Arbeitsverhältnisse und Konjunkturwellen lassen die Berufsbiographie als kaum planbar erscheinen. Dazu kommt, dass das Angebot an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten ständig wächst.

Daher sieht Alexander Schoch in dem jetzt vereinbarten Konzept eine gute Entwicklung für die Berufsorientierung an den Schulen. Die Agentur für Arbeit und die weiteren Partner aus Kammern und Verbänden der Wirtschaft, der Sozialpartner, der Unternehmen, der Hochschulen, kommunaler Institutionen und Träger sollten nun die Schulen bei Planung, Gestaltung und Umsetzung der beruflichen Orientierung unterstützen.

Für den Arbeitsmarktpolitischen Sprecher der grünen Landtagsfraktion und für Christian Ramm ist die in den neuen Bildungsplänen verankerte berufliche Orientierung ein wichtiger Baustein zur Sicherung des Fachkräftebedarfs.

 

*VOBA= Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf mit Schwerpunkt Erwerb von Deutschkenntnissen

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