Abfallbilanz fällt positiv aus – Landkreis Emmendingen auf sehr gutem Weg

Die von Stadt- und Landkreisen jährlich erstellte und vom Umweltministerium zusammengestellte Abfallbilanz dokumentiert Art, Menge, Herkunft und Verbleib der angefallenen Abfälle. Die Bilanz für das Jahr 2015 fällt positiv aus, so der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch.  Die Menge an Restmüll pro Einwohner ist, wie schon in den vorangegangenen Jahren gesunken. Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum führten jedoch zu einer insgesamt größeren Abfallmenge von 47 Millionen Tonnen im Land.

Seit 1990 haben sich die Anteile der erfassten Abfallfraktionen Haus- und Sperrmüll, Wertstoffe aus Haushalten und Abfälle aus der Biotonne deutlich verändert: War der Anteil von Haus- und Sperrmüll damals mit 76% noch der deutlich größte, macht er inzwischen nur noch 40% der Gesamtmenge aus. Mit 47% bilden die Wertstoffe aus Haushalten nun die größte Fraktion.

Abfälle aus der Biotonne nahmen von 1% auf 13% zu. Dieser Anteil wird noch steigen, da bisher noch nicht alle Landkreise Biotonnen eingeführt haben, obwohl dies seit 2015 durch ein Bundesgesetz vorgeschrieben wird.

Dies gilt auch für den Landkreis Emmendingen. Hier erlaubt eine Ausnahmeregelung den Biomüll auf der mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage in Kahlenberg zu entsorgen. Dort werden die gemeinsam mit dem Hausmüll gesammelten Bioabfälle seit 2006 verwertet. Ein Gutachten des Heidelberger IFEU-Instituts hat dem Zweckverband Abfallbehandlung Kahlenberg (ZAK) 2011 bestätigt, dass die Verwertung über eine bessere Ökobilanz verfügt als herkömmliche Entsorgungswege und dass sie darüber hinaus klimafreundlicher ist. Das „ZAK-Verfahren“ ist inzwischen europaweit patentiert und stößt europaweit und international auf großes Interesse.

Die beiden Landkreise Emmendingen und Ortenau sind zuversichtlich, so Alexander Schoch, dass die notwendigen Nachweise über die gesetzlich geforderte stoffliche Verwertung  über die aktuellen Projekte zur Phosphorrückgewinnung erreicht werden können.

Alexander Schoch bedauert, dass die Bundesregierung die Einführung der Wertstofftonne auf Eis gelegt hat, denn es wäre dringend notwendig gewesen insbesondere aufgrund der schlechten Verwertungsquoten über das DSD, dass hier eine Alternative und damit ökologisch sinnvolle Verwertungs- und Vermeidungsstrategie aufgebaut worden wäre.

Weitere Informationen:

 

Abfallbilanz des Umweltministeriums Baden-Württemberg

Müllaufkommen im Landkreis Emmendingen 2014

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