Brexit! Es ist tatsächlich passiert.

Die Entscheidung Großbritanniens gegen die EU ist schmerzhaft und schockierend nicht nur für Großbritannien sondern auch für Europa und unsere Welt.

Und was kommt jetzt?! Der Austritt der Briten zeigt deutlich: Die EU braucht Reformen, muss bürgernäher und demokratischer werden. Die Wahlen in vielen EU Ländern und auch in Deutschland den letzten Monaten haben gezeigt, dass sich immer mehr Menschen gegen die EU wenden. Viele sind aber nicht gegen die Idee eines vereinten Europas, sondern erleben die EU-Politik als abgehoben und fühlen sich übergangen, missverstanden, nicht einbezogen!

Wir haben mit dem Weg zur Europäischen Einigung und zur EU etwas ganz wichtiges erreicht, nämlich siebzig Jahre Frieden und wir nehmen inzwischen eine offene, tolerante und vernetzte Welt als Selbstverständlichkeit hin. Jetzt müssen wir durch den Brexit und durch das Erstarken rechtspopulistischer Parteien sehen, dass dies nicht selbstverständlich ist. Wir müssen das Erreichte sorgsam und kontinuierlich pflegen, aber auch stets nach Verbesserungsmöglichkeiten fragen.

Die Institutionen, die uns verbinden, müssen in unseren Herzen und Köpfen existieren. Sie dürfen nicht nur als bürokratische, zweckmäßige Instrumente dienen bzw. in Erscheinung treten. Wir brauchen eine Ethik, einen Geist und eine Kultur des menschlichen Zusammenhalts. Darum müssen wir diesen Brexit zu einem Weckruf für ein gemeinsames Europa machen. Nur so können wir die dunklen Mächte unserer Vergangenheit – Nationalismus und Rassismus – den Nährboden entziehen.
Darum brauchen wir jetzt Reformen für mehr Handlungsfähigkeit, Gerechtigkeit und Demokratie in Europa. Nicht zu viel Europa ist das Übel, sondern die Hinterzimmerpolitik, die gerade auch bei den TTIP Verhandlungen deutlich wurde.

Wir brauchen mehr Bürgernähe und Transparenz der europäischen und nationalen Gremien. Die EU muss zu einem Hoffnungsträger werden und als eine sinnvolle Weitentwicklung für den Nationalstaates angesehen werden.

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