Krisensituation im Bioweinbau: Die Betriebe brauchen kurzfristige Hilfe und eine Perspektive

PRESSEMITTEILUNG Nr: 50/2016
22.06.2016

Die Witterung der letzten Wochen mit Rekordniederschlägen und wenig Sonne stellt auch die Landwirte im Kreis Emmendingen vor Probleme. Die Biowinzer in Baden-Württemberg haben besonders mit dem sog. Falschen Mehltau der Rebe zu kämpfen. Bis 2013 konnten Kaliumphosphonate als Pflanzenstärkungsmittel dagegen zum Einsatz kommen. Dann wurden sie auf EU-Ebene jedoch als Pflanzenschutzmittel zugelassen, was die Verwendung in der ökologischen Landwirtschaft ausschließt. Es geht nun darum dieses Pflanzenschutzmittel kurzfristig einzusetzen und ein Verfahrensweg für die Ökoweinbetriebe aufzuzeigen.

Baden-Württemberg wird sich auf europäischer Ebene zusammen mit den Bio-Verbänden für eine Zulassung von Kaliumphosophonat stark machen, von einer kurzfristigen Änderung der EU-Rechtslage ist nicht auszugehen. Die sieht vor, dass Wein aus mit Kaliumphosphonat behandelten Trauben nicht als Biowein vermarktet werden darf.

Das Landwirtschaftsministerium sicherte nun zu, „alle rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen, die behandelten und daher aus der Ökoproduktion herausgenommenen Flächen möglichst bald wieder in den Betrieb zu integrieren.“ Langfristig sollen Forschungsprojekte zur Bekämpfung der Rebenperonospora und die Züchtung und der Anbau pilzwiderstandsfähiger Rebsorten weiter vorangetrieben werden.

Der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch hofft, dass die aktuelle kurzfristige Lösung auch den Biowinzern im Landkreis Emmendingen zu Gute kommen wird.

 

 

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