Alexander Schoch im Dialog mit Rebecca Harms MdEP – Ist der Atomaussteig in Gefahr?

Auf Einladung von Alexander Schoch MdL und der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiative kam die Fraktionsvorsitzende der Grünen Europafraktion Rebecca Harms zur Diskussionsveranstaltung zum Atomausstieg nach Weisweil.

Bei einem kurzen Blick ins Archiv der BI wurde die lange und interessante Geschichte des Widerstands gegen das AKW Wyhl und der Atomkraft sehr lebendig. Dieser Widerstand ist nach wie vor die Basis im Kampf für die Stilllegung des AKW Fessenheim, das mit der jüngsten Hiobsbotschaft wieder große Besorgnis ausgelöst hat. Eine Beinahe-Katastrophe aus dem Jahre 2014 wurde erst Anfang März 2016 bekannt und von den Betreibern heruntergespielt.

Die Botschaft des Abends war eindeutig. Es muss alles daran gesetzt werden, Fessenheim, das älteste französische AKW so schnell wie möglich abzuschalten. Es wurde in diesem Zusammenhang an die Zusage von Präsident Hollande erinnert, Fessenheim 2016 vom Netz zu nehmen. „Schrottreaktoren wie Fessenheim müssen schnellstens abgeschaltet werden. Die mangelnde Sicherheitskultur bei den AKW-Betreibern, aber auch bei den Aufsichtsbehörden selber muss ein Ende haben.“, ergänzte Rebecca Harms.

Auch weitere marode AKW in Europa wurden angesprochen. So z.B. das älteste Atomkraftwerk der Welt, das in Beznau, in der Schweiz steht. Oder auch die beiden belgischen Meiler Doel und Tihange. Dort ist es mittlerweile gelungen eine breite Allianz an Gegnern zu schaffen. Die Stadt Maastricht möchte dem Beispiel Aachens folgen und Betreiber Electrabel verklagen.

Rebecca Harms berichtete über Bemühungen mit atomkraftfreien Regionen ein dichtes Netz an Verbündeten zu schaffen, um so, ähnlich wie bei den genfreien Gebieten einen weiteren politischen Gegenduck zu erzielen.

Tschernobyl und Fukushima haben gezeigt, welche verheerende Katastrophe eine Kernschmelze erzeugen kann. Fünf Jahre nach Fukushima und 5 Tage nach der besorgniserregenden Meldung über eine Beinahe-Katastrophe in Fessenheim, muss es heißen, da waren sich die große Anzahl an Teilnehmer/innen bei dieser Veranstaltung im Klaren, auf außerparlamentarischer und parlamentarischer Ebene für das sofortige Abschalten von Fessenheim und aller Atomkraftwerke zu kämpfen.

„Ich denke immer wieder an das, was die Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch zu Tschernobyl schreibt, sagte Harms zum Schluss. „Es gibt kein danach. Es gibt nur ein davor und ein seit, denn die Katastrophe ist nicht vorbei und wird nicht vorbei sein. Und das gleiche gilt für Fukushima. Es wird keinen Tag geben an dem man sagen kann: es ist vorbei. Die atomare Katastrophe greift nach der Zukunft.“

 

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