Störfall von April 2014 im AKW Fessenheim noch immer nicht ganz geklärt

Der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch (GRÜNE) hatte sich mit einem Abgeordnetenbrief an den Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (GRÜNE) und an die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt. In diesem Brief bittet er den Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin sich gegenüber dem französischen Präsidenten für die sofortige Stilllegung des ältesten Atomkraftwerks Frankreichs auszusprechen.

Wie jetzt bekannt wurde, ist ein Zwischenfall im französischen Atomkraftwerk Fessenheim im Elsass an der südbadischen – französischen Grenze gravierender als bislang bekannt war.

Die französische Atomaufsichtsbehörde ASN hat den Vorfall im April 2014 gegenüber der Internationalen Atomenergiebehörde heruntergespielt. Anscheinend hat ein Wassereinbruch damals die Elektrik beschädigt und zur Abschaltung eines Reaktors geführt. Demnach seien die Steuerstäbe im Reaktorblock zeitweise nicht manövrierbar gewesen. Ein Krisenstab habe entschieden, den Reaktor durch Einleitung von Bor ins Kühlwasser notfallmäßig herunter-zufahren. Eine solche kritische Situation hat es aufgrund von Experten in Westeuropa bislang noch nicht gegeben.

Für die Abschaltung vom Risikoreaktor Fessenheim setzt sich die regionale Bevölkerung und Bürgerinitiativen grenzüberschreitend schon seit Jahren ein. Präsident Hollande hatte zu Beginn seiner Amtszeit zugesagt, diesen Reaktor 2016 abzuschalten. Aktuell spricht die französische Regierung von frühestens 2018.

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