Grüner Neujahrsempfang 2016 mit Theresia Bauer

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne)spricht beim grünen Neujahrsemfang in Emmendingen und trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein

Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer zeigte die großen Chancen aber auch die Herausforderungen für ihre Partei auf. Ob Flüchtlingskrise, Klimaschutz, wirtschaftliche Innovation oder Wissenschaft, Forschung und Kunst: Baden-Württemberg stehe gut da und müsse auch weiterhin seiner Vorreiterrolle gerecht werden.

In einem Streifzug durch die politischen Felder der Landespolitik und Bundespolitik hob die Ministerin Baden-Württemberg hervor, als ein Bundesland, das in allen Belangen – und nicht zuletzt dank der guten Regierungspolitik der Regierung Kretschmann – in einer bundesweiten Vorreiterrolle ist. Der Wahlsieg 2011 sei „keineswegs ein Betriebsunfall“ gewesen. Vielmehr zeige sich „dass das Grundgefühl der Menschen“ sich verändert habe. „Wir sind die neue Baden-Württemberg Partei“, so Bauer und blickt zuversichtlich auf die anstehende Landtagswahl im März. Um die hervorragende Verfassung des Landes zu bewahren, bedürfe es einer „Tip-Top-Bildung“.
Bauers Hauptanliegen ist die gesellschaftliche Innovationskraft: Diese immer weiter auszubauen, sei enorm wichtig für neue, herausfordernde Situationen. Wo sie die dafür nötigen gesellschaftlichen Freiräume in Gefahr sieht, zeigt Bauer „klare Kante für das Gewaltmonopol des Staates“: überall dort, wo Menschen jedweder Herkunft bedroht sind, ob im Flüchtlingsheim oder auf dem Bahnhofsvorplatz. Ihr Ziel: eine Gesellschaft, die nicht von oben angetrieben wird, „sondern auch von unten wachsen kann“.

Zuvor hatte Franz Ruetz als Vertreter des grünen Kreisvorstands den traditionellen Neujahrsempfang im wunderbaren Ambiente des ehrwürdigen Sitzungssaals im Alten Rathaus in Emmendingen eröffnet. Getränke und Snacks kommen „natürlich von regionalen Bio-Erzeugern“, wie Franz Ruetz erklärt. Nur der Orangensaft sei zwar bio, aber nicht von hier: So weit fortgeschritten sei der Klimawandel zum Glück noch nicht, so Ruetz.

 

Die stellvertretende Oberbürgermeisterin Ute Haarer-Jenne, überbrachte die Grußworte der Stadt Emmendingen, dankte der Ministerin für ihren Besuch und überbrachte auch die besten Wünsche der Gemeinderatsfraktion der Grünen.

Auch in diesem Jahr bot der Neujahrsempfang der Grünen neben guten politischen Botschaften auch musikalischen Hochgenuss.

 

Dafür sorgen Marie Lorenz am Flügel und Viktoria Dinkelacker am Saxophon. Die Bundessiegerinnen des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ aus Waldkirch spielen Werke von Astor Piazzolla und Jean-Baptiste Singelée: zunächst getragene Melodien, später heitere. Ein Highlight auch der Auftritt von Sängerin Helena Reich, die mit „Jar of Hearts“ der US-Amerikanerin Christina Perri einen zeitgenössischen Kontrapunkt setzt.
Die drei jungen Talente begeistern mit einer Musik, die „aus den Nickligkeiten des Alltags entführt“, wie Theresia Bauer sagt. Ein großes Lob von der Ministerin für Kunst.

 

Alexander Schoch, Landtagsabgeordneter des Wahlkreises Emmendingen und Mitglied des Kreistags zog eine positive Bilanz für die grüngeführte Landesregierung.

Unsere Gemeinschaft lebt vom ehrenamtlichen Engagement, daher kann man die Bedeutung dieser Arbeit für unser Land hervorheben nicht hoch genug hervorheben. Sei es das Engagement in Vereinen, sei es in Sportvereinen, Kulturvereinen oder caritativen Vereinen, so Schoch. Besonders jedoch, so der Abgeordnete, möchte er am heutigen Neujahrsempfang den vielen Ehrenamtlichen und auch Hauptamtlichen danken, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren. „Es ist wirklich unglaublich, dass es inzwischen in jeder unserer 24 Gemeinden Helfergruppen gibt, die mit großem Engagement arbeiten. Und die Arbeit wird im Landkreis gut koordiniert!“ Das Engagement der Menschen vor Ort entspreche Schochs Credo: „Hilfe statt Hetze“ − da bleibe „kein Platz für Angst und Hass“.

Ministerin Theresia Bauer schloss sich diesen Argumenten an und betonte, dass nirgendwo in Deutschland das ehrenamtliche Engagement der Menschen größer sei.

 

Die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst macht die Reihe der grünen Ministerbesuche in Emmendingen zu den Neujahrsempfängen komplett.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Neujahrsansprache Alexander Schoch:

Frau Ministerin Bauer, liebe Theresia,

Oberbürgermeisterstellvertreterin Frau Haarer-Jenne, liebe Ute,

Herzlichen Willkommen,

ich möchte sie hier begrüßen zu unserem traditionellen gemeinsamen Neujahrsempfang mit dem Kreisverband von Bündnis 90 / Die Grünen – schön, dass Sie sich heute die Zeit genommen haben zu uns zu kommen, seien Sie uns herzlich willkommen! Ich wünsche Ihnen alle Gesundheit, Frieden, Glück und Erfolg für das Jahr 2016.

Manchmal fragt der eine oder andere sich – warum macht man eigentlich einen solchen Neujahrsempfang?

Wenn ich als Abgeordneter mir den Marathon der Neujahrsempfänge in den Gemeinden des Landkreises in jedem Jahr betrachte, dann kommt einem manchmal schon die Frage, ja, warum macht man das!?

Aber um gleich in die Gegenrede zu gehen, ich finde es schön, zum Beginn des Jahres mit den Bürgerinnen und Bürger ins Gespräch zu kommen, Wünsche zu äußern und auch Botschaften zu empfangen und zu senden, also Brücken zu bauen für ein gutes Miteinander im Neuen Jahr.

Ein Neujahrsempfang hat für mich im Grunde immer eine positive Botschaft und ich verbinde damit für mich drei Kernbotschaften:

  1. Ich möchte ihnen ein frohes neues Jahr wünschen, was ich bereits zu Beginn meiner Ausführungen gemacht habe. Ich gehe ja auch sehr gerne ins Theater, somit empfinde ich dieses jährliche Ritual so etwas

wie eine Theaterpause – man geht ans Buffet auf ein Gläschen und kommt auf seinen Platz zurück.

Und als Optimist hoffe ich natürlich, dass der nächste Akt noch besser sein wird als die vorigen…“

Sehr geehrte Damen und Herren,

Unser Regierungshandeln im Land brachte Veränderungen.

Für manchen war dies zu viel… manchen noch zu wenig.

Aber, wir haben im Land viel bewegt und viel erreicht, nicht nur im letzten Jahr sondern in den letzten fünf Jahren, wir haben

  1. B. den Klimaschutz vorangebracht und die Energieeffizienz gesteigert, wir haben den Verbraucherschutz gestärkt, Gentechnik von den Äckern verbannt und Ökolandbau gefördert, wir haben den Nationalpark geschaffen, den Naturschutz ausgebaut und Artenvielfalt erhalten; Straßennetz ausgebaut und saniert, den Nahverkehr gestärkt, wir haben Kita-Plätze geschaffen, die Gemeinschaftsschule ermöglicht, das Ganztagsangebot ausgeweitet und wir haben einen neuen Regierungsstil etabliert und die Bürgerbeteiligung gestärkt.

Und natürlich wollen wir 2016 auch einiges neu anfangen oder kontinuierlich und erfolgreich nach dem 13. März den nächsten Akt fortsetzen.

 

  1. Die zweite Kernbotschaft – unsere Gemeinschaft beleben und allen danken für das berufliche, gesellschaftlich aber insbesondere für das ehrenamtliche Engagement.

Unsere Gemeinschaft lebt vom ehrenamtlichen Engagement, daher kann man die Bedeutung dieser Arbeit für unser Land hervorheben nicht hoch genug hervorheben. Sei es das Engagement in Vereinen, sei es in Sportvereinen, Kulturvereinen oder Caritativen Vereinen.

Besonders möchte ich aber am heutigen Neujahrsempfang den vielen Ehrenamtlichen und auch Hauptamtlichen die in der Flüchtlingsarbeit im vergangenen Jahr bis heute engagiert waren und sind herzlich danken.

Es ist wirklich unglaublich, dass es inzwischen in jeder unserer 24 Gemeinde Helfergruppen gibt, die mit großem Engagement arbeiten. Und die Arbeit wird im Landkreis gut koordiniert!

Ohne das ehrenamtliche Engagement wäre unsere Gesellschaft um ein Vielfaches ärmer!

An dieser Stelle möchte ich aber auch deutlich machen, dass ein modernes Gemeinwesen keinen Platz hat rechte Populisten, die versuchen mit menschenverachtenden Sprüchen einfache Lösungen zu suggerieren. Wir lassen keinen Millimeter Platz für Angst und Hassparolen. Unser Motto ist Hilfe statt Hass.

  1. Die dritte Kernbotschaft ist, dass vergangene Jahr Revue passieren lassen, zu reflektieren und in die Gegenwart und in die Zukunft zu blicken.

Mit den hier gezeigten Bildern möchte ich meine Wahlkreisarbeit Revue passieren lassen! Bilder sagen oft mehr wie Worte.

Und auch einen Blick auf die vielen schrecklichen, vielen bewegenden oder ergreifenden Ereignisse des Jahres 2015 auf unserer Welt möchte ich heute nicht machen, da wir alle schon mehrfach diese in den Medien präsentiert bekamen.

Jedoch ist es mir gerade als Naturfreund wichtig an dieser Stelle deutlich zu machen welche Bedeutung die Nachhaltigkeit hat. Nachhaltigkeit erfordert den Dreiklang zwischen Ökologie, Ökonomie und sozialem Handeln. Dies ist ein globales und ein lokales Thema.

Nachhaltiges Handeln, ich glaube darüber sind wir uns alle einig, das bedeutet auch die Fluchtursachen zu bekämpfen und zu diesen Fluchtursachen gehört auch der Klimawandel.

Daher kann die Weltklimakonferenz von Paris meines Erachtens als einen „ Erfolg“ gewertet werden. Es ist das erste Abkommen, dem alle großen Emittenten beigetreten sind, also auch China und die USA. Wir haben einen wichtigen Schritt in Richtung Klimaschutz gemacht und Baden-Württemberg hat hier eine Vorreiterrolle.

Wenn ich nun auf unseren heutigen Neujahrsempfang zurück komme, freut es mich ganz besonders, dass unsere Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Frau Theresia Bauer zu unserem letzten Neujahrsempfang in dieser Wahlperiode gekommen ist.

Alle Minister/innen der grünen Seite der Landesregierung hatten uns bisher schon beehrt und wie sagt man so schön, das Beste kommt zum Schluss, denn Theresia Bauer war zweimal Wissenschaftsministerin des Jahres.

Liebe Theresia,

wir haben im Landkreis Emmendingen zwar keine Hochschule, aber die Nähe zur Universitätsstadt Freiburg ist natürlich in vielen Bereichen in unserem Landkreis gegenwärtig. Viele Unternehmen im Landkreis sind eng verbunden mit der Universität und profitieren von einander. Wir haben viele Weltmarktführer in unserem schönen Landkreis. Wir haben eine sehr niedrige Arbeitslosigkeit und wir haben hoch engagierte Arbeitnehmer in den Unternehmen.

Zwei sehr engagierte Beschäftigungsgesellschaften tragen mit innovativen Konzepten dazu bei den Langzeitarbeitslosen im Landkreis perspektiven aufzuzeigen.

Aber, neben dieser wirtschaftlichen Basis haben wir auch im Landkreis eine lebendige Kunst und Kulturlandschaft, mit mehreren Theater, weit über unser Landkreis hinaus bekannte Galerien, Musikschulen, so die älteste von Deutschland in Waldkirch, die in diesem Jahr ihr 275jähriges Bestehen feiert. Oder hier im Hause, das deutsche Tagebucharchiv, das seit 1998 hier tolle Arbeit leistet und ebenfalls mit der Universität kooperiert.

Gerade im ländlichen Raum stellen eine attraktive Kunst und Kulturlandschaft heute ein „harter“ Standortfaktor für die Menschen und die Wirtschaft dar, die es gilt zu erhalten und zu fördern.

Liebe Theresia, nach dem Grußwort der Oberbürgermeisterstellvertreterin und dem nächsten Musikstück gehört die Bühne Dir.

 

 

Verwandte Artikel