Alexander Bonde und Alexander Schoch auf dem Lindenbrunnenhof

Landwirtschaftsminister Alexander Bonde informierte sich über Bio-Anbau – Besuch im Forchheimer Lindenbrunnenhof

Christa und Otmar Binder haben den Lindenbrunnenhof in Forchheim seit 2011 auf biologischen Anbau umgestellt. Seit dem bietet das Landwirtehepaar nur noch kontrolliert angebaute Produkte an.
Landwirtschaftsminister Alexander Bonde besuchte zusammen mit dem grünen Landtagsabgeordneten Alexander Schoch den Forchheimer Vorzeigehof, um sich über das Angebot des Biohofes, aber auch über die Probleme des biologischen Anbaus zu informieren.
Das Ehepaar Binder empfing den Besuch in den Räumlichkeiten des eigenen Hofladens.
Landwirt Otmar Binder gab einen Überblick über das umfangreiche Produktangebot des Lindenbrunnenhofes. Neben 45 Sorten Kartoffeln sind auch eher unbekannte Gemüsearten darunter. „Viele bauen wir mehr als Hobby an, denn wirtschaftlich sind viele Sorten nicht“, lacht der Landwirt. „Aber die Kunden wissen die Vielfalt zu schätzen und beziehen ihren gesamten Bedarf bei uns.“ Da lohnt sich der Anbau solcher „Eyecatcher“, wie Binder Gemüse mit so exotischen Namen wie “ Chayote“ oder „Pak Choi“ bezeichnet. Das Meiste vermarkten die Binders selbst. Sie betreiben einen Hofladen und sind zwei Mal wöchentlich auf dem Freiburger Wochenmarkt präsent. „Außerdem sind wir auch einmal in der Woche in Hinterzarten auf dem Markt zu finden“ erklärt Christa Binder.
„Unsere Kunden, die fast alle gerne kochen, wissen die Vielfalt unserer Produkte zu schätzen“, verrät Otmar Binder das Erfolgsrezept des Lindenbrunnenhofes.
Binder verzichtete bereits schon vor 2011 auf Pestizide, und wagte dann den Schritt zur Bioland Zertifizierung, nachdem er Entwicklungen im herkömmlichen Anbau für sich nicht mehr mittragen konnte, ging er 2011 dann den Schritt zum kompletten Bioanbau.
„Bereut haben wir die Umstellung nie, obwohl Aufwand und Ertrag nicht in einem optimalen Verhältnis stehen“, bekennt Binder. Sorge bereiten ihm die zunehmenden Sonderanbauformen wie Spargel und Erdbeeren. „Hier werden sehr hohe Pachtbeträge bezahlt, so dass wir wenig Chancen haben, zusätzlichen Boden zu pachten“, beklagt Binder. 30 Prozent seiner Flächen nutzt Binder zum Sojabohnen-Anbau. „Allerdings lässt sich nur im Speisebereich wirklich Geld verdienen“, differenziert Binder. „Die Preise für Futter Sojabohnen sind zu gering.“ Eine Kooperation mit einer Freiburger Firma, die aus Sojabohnen Tofu herstellt, bringt dem Lindenbrunnenhof einen gewissen Grad an Planungssicherheit.
50 Prozent des Kartoffelanbaus und 20 Prozent seines Gemüses liefert Binder an die regionale Gastronomie. „Viele Köche verarbeiten heute hauptsächlich biologisch angebaute Produkte“, merkt Binder an, was eine erfreuliche Entwicklung ist.
Minister Bonde lobte das Engagement der Familie Binder und dankte dem Landwirtehepaar für die Einladung und den Einblick in den Betrieb. Die Nachfrage nach Bioprodukten ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, so dass in Baden-Württemberg das notwendige Angebot nicht mehr gewährleistet werden konnte. Daher muss der Anbau von Bioprodukten deutlich gesteigert werden. Hierzu hat das Land bereits die Rahmenbedingungen verbessert.

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