Sicherung der Pflege eine Herausforderung für die Politik

Schoch besucht Sozialstation in Teningen

Im Rahmen seiner Landkreistour besuchte der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch (Grüne) die Sozialstation Stephanus e.V. in Teningen und führte ein Gespräch über deren Arbeit. Hierbei stand auch das Thema Dokumentationspflicht und das Pflegestärkungsgesetz im Vordergrund. Die Geschäftsleitung Gabi Bürklin, die Pflegedienstleiterin Angela Müller und der Qualitätsbeauftragte Ansgar Mager stellten die Arbeit der Pflegedienstleistungen vor.

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland machen einen Anteil von 11 % am Bruttoinlandsprodukt aus. Leider kommt von der gewaltigen Geldsumme direkt beim Patienten relativ wenig an. Vieles geht in die Verwaltung und in ineffiziente Strukturen von Krankenkassen, wo Wasserköpfe aufgebaut werden und regionale bürgernahe Strukturen abgebaut werden, so Schoch. Die Sozialstationen arbeiten immer am Rande der schwarzen Null. Hier muss es für die Sozialstationen mehr Planungssicherheit geben.

Im Interesse der Patienten und Kunden wäre eine Verschlankung der Dokumentationspflichten dringend erforderlich. Wir benötigen Rahmenbedingungen, die es Pflegekräften erlauben wieder mehr Zeit dem Patienten zu widmen und nicht am Schreibtisch gebunden zu sein. Man kann davon ausgehen, dass mittlerweile für die Dokumentation ein Drittel der Arbeitszeit verwendet wird. Eine kostendeckende Vergütung der Pflege durch die Krankenkassen muss das Ziel sein. Gesellschaftlich erwartet Schoch eine deutlichere Anerkennung und bessere Bezahlung der Beschäftigten in der Pflege.

Als Kreisrat hob Alexander Schoch die Kernaussagen des Kreisseniorenberichtes, als wichtiger Bestandteil der Sozialplanung des Landkreises, hervor. So gibt es im Landkreis Emmendingen bis zum Jahr 2030 ein erheblicher Fehlbedarf an Pflegeplätzen.

Umso wichtiger ist es nun Strukturen zu schaffen, so Schoch, die ein längeres Verbleiben in der Häuslichkeit ermöglichen. Hierzu zählen z.B. die Stärkung der pflegenden Angehörigen, des Ehrenamtes, die Förderung von Senioren WGs und des Mehrgenerationenwohnens und natürlich alle Konzepte, die eine attraktive Tagespflege, sei es ambulant im gewohnten Wohnumfeld oder in entsprechenden Einrichtungen, ermöglicht.

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