Der Bedarf an Pflege- und Betreuungsangeboten wird auch im ländlichen Raum steigen

Schoch: „Wir müssen in Bezug auf Pflege jetzt schon an morgen denken“

 

Im Rahmen seiner Landkreistour besuchte der grüne Landtagsabgeordnete Alexander Schoch die Gemeinde Sexau und sprach mit Bürgermeister Michael Goby über aktuelle Gemeindethemen.

Gemeinsam besuchten Michael Goby und Alexander Schoch die Seniorenpflegeeinrichtung „Hochburgblick“ des Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), um über den Bedarf der Pflegeplätze und die Fachkräftesituation mit der Leitung der Einrichtung zu diskutieren.

Der ASB Regionalleiter Ulf Schwarzburg und die Leiterin der Einrichtung Frau Ingrid Stickel informierten über die aktuelle Situation in der Pflege und den bevorstehenden Herausforderungen. Das ASB geführte Haus hat laut Ingrid Stickel 32 Pflegeplätze und ist durchgehend belegt und es gäbe auch eine Warteliste. Der Fachkräftemangel ist in der Altenpflege sehr zu spüren. Der ASB Regionalleiter lobte die gute Arbeitsmoral der 30 Angestellten und betonte die hohe fachliche Qualität. Wir müssen Anreize schaffen, die den Beruf attraktiver machen. Wichtig seien auch bessere Rahmenbedingungen für Angestellte zu schaffen. Hierzu gehören auch die Anbindung und die zeitliche Abstimmung mit Öffentlichen Verkehrsmittel und die Anfangszeiten der Angestellten am Arbeitsplatz. Gerade für junge Mütter ist es schwierig die Betreuung ihrer Kinder und die Kernzeiten im Pflegeheim zu vereinbaren.

Der Landtagsabgeordnete und Mitglied des Sozial- und Krankenhausausschuss des Kreistages, ging auf den letzten Kreisseniorenbericht des Landratsamtes ein und führte aus, dass das zahlenmäßige Verhältnis der unter 20-Jährigen zu den über 65-Jährigen 2015 im Mittel sein wird. Schon ab 2020 wird die Zahl der über 65-Jährigen jedoch die Zahl der unter 20-jährigen deutlich und dann stetig zunehmend übersteigen. Das bedeutet, dass der Anteil der über 65-Jährigen auf Dauer und zunehmend höher als der der unter 20-Jährigen sein wird.

Bis 2030 werden die Hochbetagten (85 Jahre und älter) im Landkreis Emmendingen um 131% zunehmen. Dies ist, verglichen mit anderen Landkreisen, die größte Zunahme an Hochbetagten in Baden-Württemberg und damit eine große Herausforderung für die Gemeinden und den Landkreis, so Alexander Schoch. Die Auswirkungen des Demografischen Wandels erfordern zwingend eine Auseinandersetzung mit unserer älter werdenden Gesellschaft und damit auch mit Planungsprozessen für die ältere Generation. Schoch sieht in der Entwicklung erhebliche Herausforderungen für die Weiterentwicklung der Pflegeinfrastruktur und der Fachkräftesituation. Gerade auch dass planerisch bis zum Jahr 2030 mind. 600 Pflegeplätze im Landkreis fehlen werden und über 50 % mehr Pflegepersonal benötigt werde.

Alle Beteiligten der Diskussion waren sich einig. In unserem ländlich strukturierten Landkreis sind solche Einrichtungen, wie die des ASB in Sexau eine wichtige Zukunftsinvestitionen in eine attraktive Infrastruktur im ländlichen Raum.

Auf Grund von altersbedingten Einschränkungen ist die Infrastruktur eines Gemeinwesens sehr bedeutend für ältere Menschen. Einrichtungen der Grundversorgung sollten fußläufig erreichbar und gut zugänglich sein, so Bürgermeister Goby.

Jedoch, wir es auch notwendig sein, das bürgerschaftlichen Engagements in der Zukunft weiter auszubauen, da die anstehenden Aufgaben im Bereich der Unterstützung, Begleitung und Betreuung von älteren Menschen nicht mehr allein durch hauptamtliche Mitarbeiter bewältigt werden können.

Auch das Thema Ausbildung in der Pflege wird uns in den nächsten Jahren beschäftigen. Soweit wie möglich sollte das Ziel eine Vergleichbarkeit der Abschlüsse und Einheitlichkeit der Ausbildung sein. Ebenso kann eine teilweise Akademisierung (10-20%) der Pflegeberufe zu einer Attraktivitäts-steigerung beitragen. „Pflege zukunftsorientiert und generationengerecht zu gestalten, ist eine Aufgabe von großer Bedeutung, die die grün-rote Landesregierung vorantreiben will.“, so Schoch.

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