Nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum

Großer Andrang zur Veranstaltung „Nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum“

Der Kreisverband Emmendingen und der Ortsverband Denzlingen der Grünen luden zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Alexander Schoch zur Veranstaltung nachhaltige Mobilität im Ländlichen Raum ein.

 

Im vollbesetzten „La Taverna“ in Denzlingen diskutierten der Rat der Jugend (RdJ) Zweitälerland vertreten durch Pavlos Wacker, Pablo Rebholz und Simon Kuß, die Bürgermeisterin und stellvertretende Vorsitzende des Naturparks Südschwarzwald Hannelore Reinbold-Mench, der Leiter des Amtes für ÖPNV des Landkreises Emmendingen Timm Anders, der GRÜNE Landtagsabgeordnete Alexander Schoch und die Staatssekretärin im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Dr. Gisela Splett über nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum.

 

Alexander Schoch führte mit der These, dass im ländlichen Raum die Menschen im Gegensatz zu den Ballungsräumen mit ihren wohnungsnahen Versorgungsangeboten meist viel stärker auf das Auto angewiesen sind, ein. Daher gibt es dort einen erheblichen Bedarf für nachhaltige Mobilitäts- und Verkehrslösungen. Diese müssen anders aussehen wie die in den Städten und mit verschiedenen Verkehrsträgern integriert werden.

Die Jugendlichen erläuterten ihr Jugendprojekt „Mobil im Tal“. Die Idee ist eine Online-Mitfahrzentrale mit einer entsprechenden App, die den öffentlichen Nahverkehr ergänzen und die Mobilität von der Jugend verbessern soll. Initiator vom Landesjugendring, Udo Wenzl betonte die gute Vorgehensweise der Jugendlichen und die Unterstützung des Landes. So kann schon voraussichtlich Anfang November die Mitfahrzentrale online gehen.

 

Frau Reinbold-Mench zeigte die Ziele für den Naturpark Südschwarzwald auf und hob die Bedeutung der Sanierung und Ausbau der Straßeninfrastruktur hervor. Beispielsweise in Freiamt mit einer Fläche von über 5.000 ha und einer Bevölkerung von rund 4.000 Einwohner ist das Auto noch unverzichtbar. Dies zeige auch die Autoanmeldungen. Für 1.600 Haushalte sind 2.600 Fahrzeuge gemeldet. Hier müsse das Autofahren an sich nachhaltiger werden. Denkansätze sehen Elektromobilität oder Verknüpfungen mit der ÖPNV vor.

 

Leiter des Amtes für ÖPNV Herr Timm Anders stellte die verschiedenen Entwicklungen, die Kooperationen mit Bus und Bahn und die finanziellen Herausforderungen dar. An dem Beispiel Denzlingen zeigte er wie der Integraler Taktfahrplan (ITF) Knoten nun strukturiert wurde. Getaktet mit der Bahn kommen alle Busse gleichzeitig beim Bahnhof an und verlassen auch gleichzeitig den Hauptbahnhof in allen Himmelsrichtungen. Diese kundenfreundliche Taktung konnte dank der guten Kooperation mit Denzlingen eingeführt werden.

 

Staatsekretärin Dr. Gisela Splett betonte, dass die Landesregierung Baden-Württemberg zur Pionierregion für nachhaltige Mobilität machen möchte. Davon profitieren Mensch, Klima und Umwelt. Die Vorgehensweise erläuterte Splett mit dem Prinzip der fünf V´s: Verkehrsverhältnisse verbessern, Verkehr verlagern, Verkehr vermeiden, Verkehrsträger vernetzen und Vorreiter sein. Sie ergänzte „der Erhalt der Straßen sei das Rückgrat der Mobilität, weswegen hierfür ein Budget von 120Mio vorgehalten sind und dass Landesmittel für die Erstellung eines Radnetzes eingeplant sind. Zum Thema Streichung des RE-Haltepunkt Denzlingen, welches im Grußwort von dem Bürgermeister von Denzlingen Markus Hollemann angesprochen wurde, verwies Gisela Splett auf ein Treffen mit allen betroffenen Gemeindevertretern im Ministerium.

 

In der anschließenden Diskussion wurde zum einen die Verkehrspolitik mit der ökologischen Neuausrichtung gelobt. Zum anderen gab es aber auch Kritik zu den zu starren Förderregeln, wie beim Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG). Ebenso berichtete ein Pioniernutzer über seine Erfahrungen mit den Kinderkrankheiten des E-Tankstellennetzes. Vorschläge, wie die Mitnahme von Fahrrädern mit Bussen wie z.B. anbringen von Fahrradkörben oder Fahrradanhängern nahmen die Zuständigen von den Jugendlichen mit auf. In den Sommerferien sammelten viele der Teilnehmer viele Ideen zum Thema Fahrradinfrastruktur, die sie in anderen Kommunen oder im Ausland gemacht hatten und brachten diese in die Diskussion mit ein.

Alexander Schoch gab sich zufrieden mit der Veranstaltung und betonte die schon guten vorhandenen Ansätze und Ziele für Nachhaltige Mobilität in unserem ländlichen Raum müssen kontinuierlich weiterentwickelt werden. Das Land hat bereits und schafft weiterhin Rahmenbedingungen, dass nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum mit einer attraktiven Infrastruktur geschaffen wird.  Hierzu brachte er auch eine Kreisverkehrskonferenz ins Spiel die vom Landratsamt ausgerichtet werden könnte.

BZ Artikel: http://www.badische-zeitung.de/denzlingen/mobilitaet-braucht-neue-flexible-angebote–111872176.html

 

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