Antwort Schreiben RE Haltepunkt

Es ist natürlich nicht das Ziel der grün-roten Landesregierung den öffentlichen Personen-nahverkehr zu verschlechtern, sondern im Gegenteil ihn zu verbessern. Verkerhsminister Hermann hat sich aufgrund der Diskussion um die Attraktivität des öffentlichen Personen-nahverkehrs sein Ministerium und Nahverkehrsgesellschaft gebeten Modelle für einen schnelleren Regionalexpress (RE ) zu prüfen.

 

Auf der hochbelasteten Rheintalstrecke, auf der sich bereits Personenfern- und Güterverkehr Konkurrenz machen, ist die Schienenpersonennahverkehrs ( SPNV ) -Planung sehr anspruchsvoll, da bis zum Ausbau von derzeit zwei auf künftig vier Gleise kaum Trassenkapazitäten für den Regionalverkehr zur Verfügung stehen. Diese Beschränkungen stehen in einem Spannungsverhältnis zum unbestrittenen Ausbaubedarf des SPNV auf der Strecke. Daher ist es entscheidend, den bestehenden Rahmen bestmöglich zu nutzen. Dazu gehört auch der Ausbau von schnellen Nahverkehrsverbindungen zwischen den Ober- und Mittelzentren auf der Strecke.

 

Die Festlegung der Fahrzeit des RE im Netz 4 ab dem Jahr 2019 auf unter 90 Minuten wurde weder willkürlich noch als bloße verkehrspolitische Zielmarke getroffen. Sie ergibt sich vielmehr aus der Notwendigkeit, an beiden Enden der Strecke des RE, nämlich in Offenburg und Basel sowie in Weil am Rhein, die relevanten Anschlüsse zu erreichen. Aus der Kombination von Verkürzung der Fahrzeit und Herstellung schneller Anschlüsse ergibt sich eine erhebliche Steigerung der Attraktivität für die Fahrgäste. Die positive Auswirkung auf die Erlöskraft einer solchen Verbindung haben wir dabei angesichts der sehr schwierigen Situation bei der SPNV-Finanzierung ebenfalls im Blick.

 

Das Ziel attraktiver Reisezeiten zwischen den Aufkommensschwerpunkten und die überregionale Einbindung des RE hat zur Folge, dass er wegen der zeitlichen Zwänge nicht an allen Stationen halten kann, auch wenn entsprechende Wünsche aus der Region in jedem Einzelfall verständlich sind und berücksichtigt werden sollen

 

Die bereits laufende Fahrbarkeitsprüfung ist ergebnisoffen gestaltet. DB Netz hat uns die Fertigstellung der Untersuchungen bis Ende Oktober 2015 in Aussicht gestellt. Eine frühere Fertigstellung ist angesichts der Vielzahl der zu prüfenden Varianten – dies betrifft auch den Wunsch des Zweckverbands Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF), die Führung von RE-Zügen durch den Katzenbergtunnel zu prüfen – und der bereits beschriebenen Komplexität der Planung auf der Rheintalstrecke nicht möglich.

 

Über verwertbare Zwischenergebnisse werden wir die Region voraussichtlich im September informieren. Nach Abschluss der Prüfungen wird die Region ausreichend Zeit haben, um zu den Ergebnissen Stellung zu nehmen, bevor das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur die Halte des RE für das Vergabeverfahren festlegen wird. Hierbei werden auch Kriterien wie Ein- und Aussteigerzahlen und alternative Angebote im SPNV mit einfließen.“

Ich werde mich für den Erhalt dieses RE Haltepunktes weiterhin einsetzen.

 

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