Schoch besuchte den Tafelgarten in Sexau – ein Beispiel für Nachhaltigkeit

Frau Christine Schultis stellte dem Landtagsabgeordneten die Obst- und Gemüsegärtnerei vor. Hier können die Teilnehmenden ihre Fähigkeiten und Interessen auf besonders sinnvolle Weise einbringen. So wird in diesem
Projekt ausschließlich in biologischer Anbauweise produziert. Auch die Setzlinge werden nach biologisch dynamischen Anbaubedingungen hochgezogen. Für Schoch war beeindruckend mit welchem Engagement und Freude an der Arbeit die Beschäftigen in dieser schönen Gärtnerei und diesem Projekt arbeiten.
Die Produkte erhalten die „Tafeln“ im Landkreis kostenlos zur Verfügung, damit auch Menschen mit geringem Einkommen regelmäßig Obst und Gemüse verzehren können.
Auf dem Gelände des Tafelgartens befindet sich auch der Landschaftspflegebetrieb, der z.B. für Kommunen des Landkreises die Pflege und Instandhaltung von Feuchtbiotope, Wiesen- und Kulturpflege gerade im Rahmen der Offenhaltung der Landschaft anbietet. Der Leiter dieses sehr interessanten Geschäftszweiges, der Diplom Forstwirt Matthias Nötscher erläuterte die Bedeutung dieser Arbeit zum einen für die hier Beschäftigten und zum anderen für die Natur- und Landschaftspflege. Tafelgarten und Landschaftspflegebereich sind ein Beispiel für Nachhaltigkeit, zum einen in der Produktion und zum anderen in der Offenhaltung der Landschaft.
Im Gespräch mit dem Geschäftsführer von 48° Süd gGmbH, Patrick Krezdorn, hob dieser nochmal die positive Wirkung des Tafelgartens für die Beschäftigten in diesem Bereich hervor und auch die Bedeutung für eine frische, vitaminreiche und biologische Versorgung der Tafelläden Waldkirch und Emmendingen.

Dieser Tafelgarten wird getragen von 48° Süd GmbH, die eine gemeinnützige Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft ist und in gemeinsamer Trägerschaft des Caritasverbandes Emmendingen e.V. sowie der Kommunen des Landkreises Emmendingen getragen wird. Seit ihrer Gründung begleitet sie arbeitslose Bürgerinnen und Bürger des Landkreises engagiert auf ihrem Weg zurück in den Arbeitsmarkt.
Die überwiegende Mehrzahl der Menschen, die insbesondere durch das Jobcenter Emmendingen zugewiesen werden, gehört mittlerweile zur Gruppe der langzeitarbeitslosen Personen, die oft zusätzlich zur Arbeitslosigkeit noch weitere, persönliche Vermittlungshemmnisse aufweisen. Zu fehlender oder geringer schulischer und beruflicher Qualifikation addieren sich häufig Problemlagen wie Verschuldung, gesundheitliche oder psychosoziale Belastungen. Als wesentliches Betriebsziel hat 48° Süd daher nicht nur die Qualifizierung, Beschäftigung und Vermittlung von langzeitarbeitslosen Menschen definiert, sondern auch die soziale Integration und damit die gesellschaftliche Teilhabe der Betroffenen als Anspruch formuliert.
Patrick Krezdorn und Alexander Schoch waren sich einig, dass aufgrund der niedrigen Arbeitslosigkeit im Landkreis und den damit verbunden zurückgegangen Eingliederungsmittel des Bundes es sehr schwierig ist die notwendige Infrastruktur für die Angebote an Langzeitarbeitslose aufrecht zu erhalten bzw. zu finanzieren. Dabei wären passgenaue Förderprogramme doch gerade für die Zielgruppe der langzeitarbeitslosen Menschen besonders wichtig, denn dieser Personenkreis profitiert kaum vom Aufschwung am Arbeitsmarkt. Für den Landtagsabgeordneten muss hier ein Systemwechsel erfolgen von der Finanzierung von Arbeitslosigkeit hin zur Finanzierung von Arbeit.

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