v.l.n.r.: emma Einrichtungsleiter Marco Kneisel-Chiriatti, Alexander Schoch MdL, emma Praktikant Thomas Schätzle

Alexander Schoch suchte den Dialog zum Thema Legalisierung „Cannabis“

Der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch suchte den Dialog mit der Drogenberatungsstelle emma, um mit Vertretern der Einrichtung über das Thema Legalisierung von Cannabis zu diskutieren. Für den Landtagsabgeordneten stellen sich bis jetzt hinsichtlich einer Entkriminalisierung von Cannabis noch viele Fragen, die geraden auch mit der Frage der Prävention verbunden ist.

Der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch erläuterte, dass die grüne Bundestagsfraktion einen Entwurf für ein Cannabiskontrollgesetz in den Bundestag eingebracht hat. Ziel dieses Gesetzes ist es, die weit verbreitete Droge aus der Illegalität holen. Für die Bundestagsfraktion ist die in Deutschland gegen Cannabis gerichtete Verbotspolitik „vollständig gescheitert“. Cannabis sei hierzulande die am häufigsten konsumierte illegale Droge. Die Grüne Bundestagsfraktion schlägt in einem Gesetzentwurf vor, Cannabis aus den strafrechtlichen Regelungen des Betäubungsmittelgesetzes herauszunehmen. Stattdessen sollte „ein strikt kontrollierter, legaler Markt für Cannabis“ eröffnet werden.

In der Jugend- und Drogenberatungsstelle „emma“, zuständig für den Landkreis Emmendingen, wird die Frage der Legalisierung von Cannabis ebenfalls häufig diskutiert. Der Leiter Marco Kneisel-Chiriatti erklärt, dass es nicht genug Argumente gebe, die eine Legalisierung von Cannabis begründen.

Immerhin gehe es um eine Legalisierung für Menschen ab 18 – oder sogar 21 Jahren. Der Schwarzmarkt würde für Jugendliche weiterhin bestehen. Dabei seien gerade diese besonders von den schädlichen Wirkungen des Cannabiskonsums betroffen. Bleibende Schäden im Gehirn, cannabisinduzierte Psychosen und verpasste Entwicklungsschritte im Jugendalter kämen mittlerweile häufiger vor, als früher. Das liegt daran, dass die Cannabispflanze immer weiter „verzüchtet“ wurde. So ist im Cannabis, welches momentan auf dem Markt zu finden ist, im Schnitt etwa 10 mal mehr THC (der berauschende Wirkstoff im Cannabis) enthalten, als noch vor 20 Jahren. Dazu kommt, dass das natürliche Gegengift der Cannabispflanze – Cannabidiol- kaum bis gar nicht mehr nachweisbar ist. Das bedeutet, Nebenwirkungen (Panikattacken und Psychotrips etc.) werden wahrscheinlicher und dazu noch intensiver. Die Legalisierung sende falsche Signale an Jugendliche.

Die Entkriminalisierung sei dafür ein Schritt von umso größerer Bedeutung. Allein die Ressourcen, die momentan noch durch die strafrechtliche Verfolgung bei Cannabisbesitz verbraucht werden, könnten viel besser und sinnvoller eingesetzt werden. Nicht jeder, der Cannabis konsumiere, sei sofort abhängig und stolpere automatisch auf den Konsum noch heftigerer Drogen zu. Viele würde die Wirkung nur einmalig austesten, um ihre Neugierde zu stillen – eine aufwändige Verfolgung ist damit nicht unbedingt verhältnismäßig. Und selbst bei abhängigen Konsumenten stellt sich die Frage, in wie weit die momentane Kriminalisierung gerechtfertigt ist. Immerhin ist Substanzabhängigkeit eine psychische und physische Erkrankung. Strafgelder etc. tragen eher wenig zur Genese der Abhängigkeitserkrankung bei.

Unter dem Träger des „AGJ- Fachverbandes für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e.V.“, ist Jugend- und Drogenberatungsstelle emma oft erster Ansprechpartner im Landkreis Emmendingen bei Fragen zu Abhängigkeitserkrankungen und hilft sowohl Betroffenen, als auch Angehörigen durch Beratung, Betreuung und Weitervermittlung, die bestmöglichen Hilfen für die Menschen einzuleiten.

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