v.l.n.r.: Pflegedienstleiterin Ursula Zürcher, MdL Alexander Schoch, Vorstand Michael Kreis

Schoch im Gespräch mit der Leitung des Altenpflege und Betreuungseinrichtung Metzger-Gutjahr-Stiftung e.V. Emmendingen

Im Rahmen seiner Kreisbereisung besuchte der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch die Metzger-Gutjahr-Stiftung e.V. in Emmendingen und führte ein Gespräch mit der Pflegedienstleiterin Ursula Zürcher und dem Vorstand der Einrichtung Michael Kreis. Sie diskutierten über Konsequenzen aus dem Kreisseniorenbericht und zwei weitere Schwerpunkte die Landesheimbauverordnung und die Fachkräftesituation.

Alexander Schoch hob hervor, dass man zur Zeit aufgrund der demographischen Entwicklung davon ausgeht, dass bis zum Jahr 2030 mind. 624 Pflegeplätze fehlen werden und 54 % mehr Pflegepersonal benötigt wird. Dies bedeutet für Schoch, der auch im Sozial- und Krankenhausausschuss des Kreistages ist, dass diese Entwicklung erhebliche Herausforderungen für die Weiterentwicklung der Infrastruktur im Landkreis darstellen.

Im weiteren Gespräch mit Vorstand und Pflegeleitung der Metzger-Gutjahr-Stiftung e.V. ging es um das Thema Landesheimbauverordnung, die 2009 in Kraft trat. Insbesondere wurde über die Umsetzung der Einzelzimmerregelung, die eine Übergangsfrist von 10 Jahren vorsieht, diskutiert. Ab 2019 muss für jeden Bewohner ein Einzelzimmer mit einem Sanitärbereich zur Verfügung stehen.

Die Leitung des Hauses machte auf den Zustand, wenn Ehepaaren gemeinsam ins Pflegheim kommen, aufmerksam. Hier sieht das Gesetzt vor, dass Paare zwei Zimmer neben einander haben können und diese zu einer Nutzungseinheit zusammen geschlossen und von zwei Personen gemeinsam genutzt werden können. Die Idee, so die Leitung ist in der Theorie gut, aber sie gab zu bedenken, dass in diesem Falle andere Menschen unter Umständen dafür umziehen müssen. Dies sollte jedoch vermieden werden. Aus der gewohnten Wohnung in ein Heim umzuziehen, stellt bereits ein großer Einschnitt für Menschen dar. Hinzu kommt, dass auch nicht jeder Mensch in einem Einzelzimmer wohnen möchte. Nach den Erfahrungen von Herrn Kreis fühlen sich viele Menschen einsam. Herr Kreis und Frau Zürcher wandten sich mit dem Wunsch an den Abgeordneten, dass eventuell geprüft würde inwieweit man hier etwas mehr Flexibilität schaffen könnte. Alexander Schoch sagte zu in einem Abgeordnetenbrief an das Ministerium die Frage der Flexibilität nochmal klären zu lassen. Aufgrund der gegenwärtigen Kostenbetrachtung ein Heimzimmer über eine gewisse Zeit nicht zu belegen und es für den Bedarf vorzuhalten, sieht der Abgeordnete dies jedoch als sehr schwierig an.

 

Das Thema Fachkräftesituation in den Pflegeeinrichtungen war für den arbeitsmarktpolitischen Sprecher Alexander Schoch ein weiterer wichtiger Gesprächspunkt. Da, wie eingangs beschrieben, die demographische Entwicklung die Fachkräftesituation in der Pflege weiter anspannen wird. Der Fachkräftemangel ist in der Altenpflege sehr zu spüren, so die Heimleitung. Mit der Kampagne „Soziale Berufe kann nicht jeder“, möchte die Diakonie das Image der Sozial Berufe aufwerten und unteranderem für den vielschichtigen und anspruchsvollen Beruf Altenpfleger/in werben. Ursula Zürcher betont: „Der Beruf erfordert ein hohes Anforderungsprofil für die Auszubildenden. Ein Altenpfleger/in muss ein analytisches Denken mitbringen und verlangt ein medizinisches Geschick.“ Die Pflegedienstleiterin plädiert daher für eine Reform der Altenpflegeausbildung. Die Ausbildung muss sich auch mehr mit dem Erkennen von Krankheitsbildern befassen. Durch das präventive Behandeln können Folgekosten gespart und natürlich Leid verhindert werden. Ein qualifizierter Mensch möchte selbstverständlich gut bezahlt werden. Die finanzielle Situation ist bei der Metzger-Gutjahr-Stiftung e.V., wie bei vielen anderen Altenpflegeheimen angespannt. Für Alexander Schoch ist klar, dass sich im gegenwärtigen Verständnis der Kostenbetrachtung etwas ändern muss und wir wegkommen müssen von dem Lieblingsgrundsatz „Geiz ist geil: Dienstleistung darf nichts kosten, aber viel Qualität liefern.“

Der Vorstand Herr Kreis gab auch zu bedenken, dass diese Menschen, die jetzt im Altenheim sind eine hohe Wertschätzung genießen müssen. Genau diese Menschen sie haben unseren heutigen Wohlstand nach dem 2. Weltkrieg aufgebaut. „Die nun alten Menschen haben in ihrem Leben viel Wertschöpfung gebracht und werden jetzt nur nach als Kostenfaktor betrachtet.“, fügt er hinzu.

„Dies ist eine traurige Entwicklung und die Wertschätzung bleibt auf der Strecke“, betont Alexander Schoch und plädiert für mehr Menschlichkeit in der Kostenplanung. Gerade mit Blick auf den sich im Landkreis abzeichnenden demografischen Wandel, sieht er viel Gesprächs- und Handlungsbedarf.

v.l.n.r.: Pflegedienstleiterin Ursula Zürcher, MdL Alexander Schoch, Vorstand Michael Kreis

v.l.n.r.: Pflegedienstleiterin Ursula Zürcher, MdL Alexander Schoch, Vorstand Michael Kreis

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