Leiharbeit wird auf Bundesebene durch die Agentur für Arbeit gefördert

Aufgrund einer Anfrage der Grünen Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke zum Thema „Förderung der Leiharbeitsbranche durch die Bundesagentur für Arbeit“ an die Bundesregierung ergab sich in der Antwort der Bundesregierung, dass 30% der Erwerbslosen, den die Bundesagentur für Arbeit (BA) vermittelt, in die Leiharbeit vermittelt werden.

Konkret vermittelte die BA in der Zeit von Dezember 2013 bis November 2014 insgesamt 262.000 Erwerbslose in Arbeit. Fast ein Drittel von ihnen, nämlich 81 000 (30,7 Prozent), wurden dabei in Leiharbeitsfirmen vermittelt. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im baden-württembergischen Landtag Alexander Schoch erkundigte sich bei der Arbeitsagentur Emmendingen, um zu erfahren wie sich das Verhältnis im hiesigen Arbeitsamtsbezirk verhält.

Im Landkreis Emmendingen gibt es 47.256 besetzte Stellen (Stand Juni 2014). 1 % von den besetzten Stellen sind in Leiharbeit (auch Arbeitnehmerüberlassungen genannt). Zum Vergleich: in Baden-Württemberg waren es zum selben Zeitpunkt 2,3 Prozent, in Deutschland 2,6 Prozent. D. h. im Landkreis Emmendingen spielt Zeitarbeit eine vergleichsweise geringere Rolle. Der Anteil der gemeldeten Stellen aus der Zeitarbeit Branche ist je nach Saison abhängig und beläuft sich zwischen 18 % und 28 %. 459 Arbeitslose beendeten im Jahr 2014 ihre Arbeitslosigkeit und waren einen Monat später sozialversicherungspflichtig gemeldet in Betrieben der Arbeitnehmerüberlassung. Dies sind 12,6 % der Gesamtzahl der Arbeitslose, die im Jahr 2014 ihre Arbeitslosigkeit mit einer Erwerbstätigkeit (ohne Ausbildung) beendeten. „Dies zeigt, dass zum einen die Vermittlung in Richtung Leiharbeit im Landkreis Emmendingen bezogen auf den Bundesdurchschnitt eine weitaus geringere Bedeutung hat und dass die direkte Vermittlung in die Betriebe immer noch im Vordergrund steht“, so der Landtagsabgeordnete.

„Die Leiharbeit, kann eine Möglichkeit darstellen wieder in die Beschäftigung und zu einem festen Arbeitsplatz zu kommen, sie soll aber nicht dazu dienen feste Arbeitsplätze zu verdrängen oder auf Kosten der Konkurrenz Personalkosten einzusparen. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz weist eindeutig auf den Zweck der Leiharbeit hin“, sagt Schoch.

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