Antwort auf Schochs Anfrage zur Kirschessigfliege

Der invasive Schädling, die Kirschessigfliege hat den Weinbau in diesem Jahr 2014 besonders erschwert. Grund war der milde Winter und die warm-feuchte Witterung in ganz Deutschland. Die Kirschessigfliege befällt vor allem reifes Beerenobst und hat 2014 geschätzt bundesweit mehrere Millionen Euro Schaden verursacht. Einige Obstbauern haben den Anbau besonders anfälliger Obstarten bereits eingestellt. Ursprünglich stammt die Essigfliegenart aus Asien. Von dort wurde sie vermutlich durch den internationalen Warenverkehr in der ganzen Welt verbreitet. In Deutschland wurde sie erstmals 2011 entdeckt.
In einer Antwort auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Alexander Schoch schrieb das Ministerium, dass in Baden-Württemberg bereits seit 10 Jahren Finanzmittel in die Grundlagenforschung im Weinbau und in die Schädlingsbekämpfung fließen. Das Weinbauinstitut Freiburg (WBI)und die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein und Obstbau Weinsberg (LVWO) wurden mit insgesamt 3,038 Mio. € Drittmittel zur Schädlingsbekämpfung ausgestattet. Außerdem wurden umfangreiche Versuchs- und Forschungsvorhaben durch das Stammpersonal dieser Anstalten in den Versuchsbetrieben durchgeführt.

Der Aufbau des landesweites Monitoring zur Kirschessigfliege von den Weinbauanstalten und dem Landwirtschaftlichen Technologiezentren (LTZ) zählt unteranderem zu den Forschungsaktivitäten. Zum Monitoring gehört eine Überwachung der Populationsentwicklung mit über 100 Überwachungsfallen jährlich; Kartierung der Wirtsfrüchte; Umfangreiche Untersuchungen zum Befall bei unterschiedlichen Rebsorten; Erprobung erfolgversprechender Bekämpfungsmöglichkeiten. In regelmäßigen Abständen findet ein Erfahrungsaustausch zwischen international auf dem Gebiet tätigen Wissenschaftlern statt. Zudem arbeitet das LTZ eng mit der zuständigen Bundesbehörde, dem Julius Kühn-Institut in Darmstadt zusammen. Grund hierfür ist vor allem die Biologie des Schädlings unter den mitteleuropäische Klimabedingungen zu erforschen, um wirksame Bekämpfungsmethoden in den einzelnen Kulturen zu entwickeln. Trotz der bisherigen Bemühungen ist es erforderlich die Aktivitäten im Hinblick auf Forschung, Information und Kommunikation in Vorbereitung auf die nächste Vegetationsperiode zu verstärken.
Deshalb wird unter Federführung des WBI aktuell ein neues Projekt zur „Risikoabschätzung und Erarbeitung von umweltverträglichen, nachhaltigen Strategien für den hiesigen Wein- und Obstbau“ gestartet, dem auch eine Koordinierungsfunktion für die bereits laufenden Arbeiten zukommt. „Wo immer es möglich ist, müssen vorbeugende Maßnahmen entwickelt werden, damit es gar nicht erst zu großen Schäden durch die Kirschessigfliege kommt“, sagte der Grünen Landtagsabgeordnete Alexander Schoch. Er lobte das Landwirtschaftsamt in Emmendingen. Auf deren Internetseite wird regelmäßig über direkte Bekämpfungsmaßnahmen im „Infoservice Pflanzenbau“ informiert. Wenn sich der Schädling noch weiter ausbreitet, würde der Landkreis Emmendingen mit seinen rund 2.500 Hektar Rebfläche stark betroffen sein. Weine aus dem Landkreis Emmendingen belegen bei Prämierungen in Tests bei Fachzeitschriften und z. B.  im Weinführer „Eichelmann“ immer wieder hervorragende Plätze.

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