Alexander Schoch MdL: „Ökologie, Heimat und Genuss in einer Hand“ – Förderprogramm für Baumschnitt startet“

Mit einer neuen Prämie belohnt Grün-Rot die Pflege von Streuobstbäumen mit 15 Euro pro Baum – Anträge können ab sofort gestellt werden.

„Streuobstwiesen sind ein wertvolles Stück Heimat – auch für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten, die hier noch einen Rückzugsort finden. Diese einzigartige Kulturlandschaft mit ihren vielfältigen, gesunden Produkten wollen wir erhalten, indem wir ihre fachgerechte Pflege auch finanziell honorieren“, sagt Alexander Schoch, Landtagsabgeordneter der Grünen.
Pro Baum und Jahr beträgt die Förderung 15 Euro. Im Landkreis Emmendingen gibt es insgesamt noch ca. 300 Hektar Streuobstwiesen, leider mit fallender Tendenz. So gibt es z.B. eine wunderbare Streuobstwiese unterhalb der Domäne Hochburg mit über 300 Bäumen, davon 145 Apfelbäume die auf 4,4 Hektar Fläche stehen, so der Abgeordnete aus dem Landkreis. Mit dieser Streuobst-Schnittförderung soll dem Trend  immer mehr die klassischen Obstbäume durch leichter zu bewirtschaftende Spalierobstanlagen zu ersetzen entgegengewirkt werden, so Schoch. Die Baumschnittprämie kann zweimal innerhalb von fünf Jahren ausgezahlt werden. Ab sofort können Interessierte einen Antrag beim Regierungspräsidium Freiburg stellen. Zuständig ist die Abteilung 3 – Landwirtschaft, Ländlicher Raum, Veterinär- und Lebensmittelwesen. Die Anträge können unter www.streuobst-bw.info<http://www.streuobst-bw.info> heruntergeladen und ausgefüllt werden. Antragsteller können Aufpreisinitiativen, Gemeinden, Vereine, Mostereien, Landschaftserhaltungsverbände, aber auch Gruppen von Privatpersonen sein. „Damit wollen wir dazu anregen, Netzwerke vor Ort zu bilden und das Engagement für die Streuobstwiesen zu bündeln“, erklärt Schoch. Die Frist für die Beantragung der Baumschnitt-Prämie des Landes läuft bis zum 15. Mai 2015.
Die Antragsgemeinschaften sollen dazu ein kleines Schnittkonzept vorlegen, das sich über fünf Jahre erstreckt. Die Antragschancen erhöhen sich durch Einhaltung einiger Kriterien wie Angaben zur Verwertung des Mahdgutes, Verzicht auf synthetische Pestizide und Düngemittel, der Anteil an Obstbäumen mit einer Stammhöhe über 1,60 Metern, Umweltbildungsaktivitäten beispielsweise mit Schulen, sowie faire Preise für die Bewirtschafter. „Damit schaffen wir Anreize, sich über den reinen Schnitt hinaus für die Kulturlandschaft zu engagieren“, so Schoch. „Wir sehen Streuobstwiesen als Teil des Markenkerns unserer ländlichen Räume. Sie sind touristisch attraktiv, liefern leckeres Tafelobst und Getränke und sind Teil einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion, die meist regional vertrieben und beworben wird“, erklärt Schoch. Die Förderung durch das Land ist ein wichtiger neuer Baustein zur nachhaltigen Bewirtschaftung und damit Erhaltung dieser schönen Kleinode. Die Grün rote Landesregierung hat den Fördertopf um 1,5 Mill. € erhöht so Schoch.
Die Wirkung des Programms soll weit über die Mindestförderperiode hinausreichen: „Schon mit zwei Schnitten innerhalb von fünf Jahren können Bäume für die nächsten Jahrzehnte revitalisiert werden.  In den Haushaltsberatungen werden wir uns daher dafür einsetzen, die dafür zur Verfügung stehenden Mittel noch einmal deutlich aufzustocken“, so Schoch. Mit vergleichsweise geringem Aufwand könne so ein relevanter Teil des Streuobst-Bestandes gesichert werden. „Grün-Rot verbindet damit Naturschutz, Heimat und Genuss in einer Hand“, sagt Schoch. Baden-Württemberg besitzt rund 120.000 ha Streuobstwiesen und damit die größten Bestände Europas. Diese weisen mit ihren über 5.000 Tier- und Pflanzenarten sowie über 3.000 Obstsorten eine der höchsten Werte biologischer Vielfalt in Europa aus. Die Schnittförderung ist Teil einer umfassenden Streuobstkonzeption der Landesregierung. Diese will die Pflege und Vermarktung von Streuobst fördern.

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