Zwei Ganztagsangebote ab kommendem Schuljahr

An der Kollnauer Grundschule wird es ab dem kommenden Schuljahr ein Ganztagsangebot geben und die Fritz-Boehle-Grundschule in Emmendingen stellt ihren Unterricht auf das neue Ganztageskonzept um. Die Landtagsabgeordneten Alexander Schoch (Grüne) und Sabine Wölfle (SPD) begrüßen diese Entscheidung: „Kommunen und Schulen können flexibel auf den Bedarf vor Ort reagieren. Die Konzepte sind familienfreundlich und versprechen bessere Lernerfolge.“

Gleich zwei Schulen im Landkreis setzten im kommenden Schuljahr auf das neue Ganztageskonzept des Landes. Ab dem Schuljahr 2014/2015 besteht nun an der Kollnauer Grundschule ein Ganztagsschulangebot. Auch der Antrag der Emmendinger Fritz-Boehle-Grundschule für das neue Ganztageskonzept wurde positiv beschieden.

„Der Ganztagesbetrieb verspricht wesentliche Vorteile: Durch das erweiterte Schulangebot stärken wir den Bildungserfolg der Schülerinnen und Schüler und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf in unserer Region“, erklärt Alexander Schoch. Sabine Wölfle ergänzt: „Die Ganztagsgrundschule schließt endlich die Lücke zwischen der ganztägigen Betreuung in den Kitas und der anschließenden Grundschulzeit. Für viele berufstätige Eltern gibt es damit eine Erleichterung. Der bisherige Schulversuch Ganztag wurde durch die grün-rote Landesregierung jetzt endlich beendet und gesetzlich verankert.“

Die beiden Abgeordneten betonen, dass die Ganztagsschule mehr ist als Betreuung. Sie erlaube neue Gestaltungsmöglichkeiten des Lernprozesses. Über den Tag verteilt können sich traditioneller Unterricht, individuelle Vertiefungsphasen und Übungszeit, musische Angebote oder Sport abwechseln. Hausaufgaben werden in der Schule mithilfe der

Lehrkräfte erledigt. Diese sogenannte Rhythmisierung verspricht nach Ansicht von Bildungsforschern den größten Lernerfolg. „Das System bietet außerdem die große Chance, Kinder an die Vereinswelt und das kulturelle Leben heranzuführen. Das stärkt das Gemeinwesen insgesamt“, so Schoch und Wölfle. Die Schulen können Akteure etwa aus den Bereichen Sport, Kultur, Musik oder Jugendarbeit, in ihr Ganztagskonzept einbeziehen. Die Finanzierung der Zusammenarbeit kann aus dem Kooperationsbudget erfolgen.

In den kommenden Jahren rechnet die Landesregierung mit einem weiteren Anstieg der Ganztagsschulen im Grundschulbereich. Bis zum 1. Oktober können Schulträger weitere Anträge auf Ganztagsschule beim Kultusministerium einreichen. Bis 2023 sollen landesweit rund 70 Prozent der Grundschulen ein Ganztagsangebot einrichten.


Hintergrund:

Das Kultusministerium hat die Anträge der Kollnauer Grundschule sowie der Emmendinger Fritz-Boehle-Grundschule positiv geprüft, so dass der Ganztagsbetrieb dort im September starten kann. Genehmigungsgrundlage ist die vergangene Woche vom Landtag beschlossene Änderung des Schulgesetzes. Diese ermöglicht die flächendeckendende Einführung von Ganztagsangeboten an Grundschulen. Dabei hat die Landesregierung darauf geachtet, dass Kommunen und Schulen bei ihren Konzepten flexibel auf die Bedürfnisse vor Ort reagieren können. So dürften die Schule verschiedene Formen anbieten – verpflichtend oder freiwillig, mit sieben oder acht Zeitstunden an drei oder vier Tagen in der Woche. Die Schulen haben dabei die Eltern und ihre Wünsche miteinbezogen und können ihnen nun die Lösung anbieten, die vor Ort am besten funktioniert. Um das zu garantieren, wurde im Gesetz die Rolle der Schulkonferenz und damit die Mitbestimmungsrechte der Eltern gestärkt.

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