Schoch fordert Existenzsicherung für Hebammen

Grünen-Abgeordneter begrüßt Aktionen zum gestrigen Tag der Hebammen
Die berufliche Existenz von Hebammen, insbesondere wenn sie eine Geburtsbegleitung anbieten, sei nach wie vor bedroht. Damit sei auch die gesetzlich garantierte Wahlfreiheit über die Art der Geburt des Geburtsortes für werdende Eltern in Gefahr, erklärt der Emmendinger Grünen-Abgeordnete Alexander Schoch. „Wir können und wollen die kritische Situation der Hebammen nicht einfach hinnehmen und fordern Politik, Krankenkassen und Versicherungen auf, endlich zu handeln.“

Die grün-rote Landesregierung fahre daher vor dem Hintergrund der Stärkung des Bewusstseins für die natürliche Geburt und zur Hervorhebung der Bedeutung der Hebammen eine mehrmonatige Kampagne zur Stärkung der natürlichen Geburt. Denn immer mehr Kinder in Deutschland kämen per Kaiserschnitt auf die Welt, in Baden-Württemberg inzwischen jedes dritte Kind, so Schoch. Allein aus medizinischer Sicht ist diese Steigerung nicht erklärbar. Vieles spreche deshalb dafür, sich wieder verstärkt mit der natürlichen Geburt auseinanderzusetzen und für die Hebammen gute Rahmenbedingungen zu schaffen, so der Landtagsabgeordnete.

Das Versprechen der Versicherungswirtschaft, Hebammen auch 2015 eine Gruppenhaftpflichtversicherung anzubieten, reiche nicht aus, erklärt der Grünen-Politiker. „Die Existenzsicherung freiberuflicher Hebammen wird damit nicht gewährleistet. Hebammen können sich Versicherungsprämien bereits heute kaum mehr leisten, ungeachtet dessen sollen diese nochmals um rund 20 Prozent steigen.“ Schoch weiter.: „Die Krankenkassen und Berufshaftpflichtversicherungen müssen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung endlich nachkommen und konstruktiv an Lösungen mitarbeiten.“

Auch Bundesgesundheitsminister Gröhe muss den Worten Taten folgen lassen. Sein Vorschlag, Hebammen mittels eines Sicherstellungszuschlags über die Krankenversicherung abzusichern, sei nur ein erster Schritt, dessen konkrete Ausgestaltung noch unklar ist. Die angekündigte Prüfung einer Deckelung der Regressforderungen müsse umgehend abgeschlossen werden, denn Hebammen und die von ihnen betreuten Schwangeren brauchen Sicherheit.

„Es geht um das Überleben des Berufsstandes der Hebammen, die eine enorm wichtige Arbeit für junge Familien leisten. Es geht aber auch um Wahlfreiheit und Selbstbestimmung werdender Mütter und Eltern,“ so Alexander Schoch.

Thematik Natürliche Geburt und Existenzsicherung für Hebammen näher einzugehen, kündigt der Grünen-Abgeordnete für den 30. Juni eine Veranstaltungstag mit der gesundheitspolitischen Sprecherin der Grünen und Vorsitzenden des Sozialausschusses im Landtag, Bärbel Mielich im Raum Emmendingen an.

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