Grüne fordern Frackingverbot

Schoch: „Gasfördertechnik ist äußerst bedenklich.“

„Fracking ist eine äußerst bedenkliche Gasfördertechnik, die Landschaften zerstört und dem Trinkwasser schadet“, sagt Alexander Schoch, energiepolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion. Deshalb hat der Landtag von Baden-Württemberg bereits im Juni vergangenen Jahres auf Initiative der Fraktionen GRÜNE und SPD die Forderung nach einem bundesweiten Verbot beschlossen. „An dieser Situation hat sich auch nach den neuen Plänen für eine teilweise Genehmigung des Fracking-Verfahrens durch die schwarz-gelben Bundesregierung nichts geändert“, erklärte der energiepolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion.

 

Auch in Baden-Württemberg machen Förderfirmen Voruntersuchungen zur Anwendung der umstrittenen Technik. „Es kann nicht sein, dass wir vor abschließenden wissenschaftlichen Beurteilung Wasserschutzgebiete und Trinkwasser-Reservoirs der baden-württembergischen Bevölkerung unkalkulierbaren Risiken aussetzen“, sagt Alexander Schoch. „Sonst übliche Umweltverträglichkeitsprüfungen, wie sie beispielsweise sogar für Windkraftanlagen eingehalten werden müssen, greifen bei dem Verfahren bisher nicht“, bemängelt der Grünen-Abgeordnete.

 

Die Grüne Landtagsfraktion fordert die Bundesregierung diesbezüglich auf, es anderen europäischen Staaten wie Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Bulgarien oder Teilen der Schweiz gleichzutun und Fracking zu verbieten.
 

Hintergrundinformation – Was ist Fracking?

 

Bei der Fracking-Methode werden Millionen Liter von Wasser in unzähligen Tiefenbohrungen verpresst, um in Gesteinsschichten gebundenes Gas zu lösen und fördern zu können. Das Problem: Dem verpressten Wasser muss ein Chemie-Cocktail zugesetzt werden, der zum Großteil im Untergrund verbleibt und in das Grundwasser gelangen kann.

 

Dass diese teure Gasfördertechnik überhaupt wirtschaftlich wird, liegt an den knapper werdenden Ressourcen Öl und Erdgas. Weil die Energiepreise steigen, lohnt sich die Förderung jetzt wirtschaftlich. Das in Deutschland vermutete, per Fracking förderbare Gas könnte aber allenfalls zwei bis drei Jahre lang die zurückgehenden, selbst geförderten Erdgasmengen ausgleichen.

 

Schoch berichtet, dass in den USA, unwirtliche Landschaften zurückbleiben, da alle zwei bis drei Kilometer gebohrt werden muss. Außerdem bleibt Abraum zurück und für verseuchtes Restwasser müssen große Teiche angelegt werden. Ferner wird von Fällen berichtet, in denen sich sogar gezapftes Trinkwasser wegen des hohen Gasgehalts entzündet hätte.

 

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