Schoch im Gespräch mit Bundesagentur für Arbeit

Aus aktuellem Anlass traf sich vergangen Freitag der grüne Landtagsabgeordnete Alexander Schoch mit Bärbel Höltzen-Schoh, Leiterin der Freiburger Abteilung der Bundesagentur für Arbeit, die auch für den Landkreis Emmendingen zuständig ist. Als Themen standen für Schoch, der auch arbeitsmarkpolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion ist, die Themen Schlecker, Iveco Weisweil, Fachkräftemängel sowie sozialer Arbeitsmarkt auf der Agenda.

 

Als aktuellstes Thema stand die Schließung des Weisweiler IVECO-Werkes im Vordergrund des Gesprächs. Der Emmendinger Abgeordnete verdeutlichte bei der Bundesagentur für Arbeit, dass eine Werksverlagerung ein immenser wirtschaftlicher Schlag für Weisweil und für den Landkreis Emmendingen sei. „Neben den 180 der insgesamt 480 Arbeitsplätze im Ort, sind eine Vielzahl von direkten und indirekten Zulieferfirmen aus der Region betroffen“, verdeutlicht Schoch die Folgen einer Werksschließung.

Für die Beschäftigten am Standort Weisweil wäre dies in besonderem Maße zynisch, da Sie in den letzten Jahren durch merkliche finanzielle Einbußen mittels unbezahlter Mehrarbeit, wesentlich zur Standortsicherung des Unternehmens in Weisweil beigetragen haben, erklärte Schoch weiter. Von der unternehmerischen Entscheidung den Standort zu schließen, werde das Unternehmen höchstwahrscheinlich nicht mehr abrücken. „Daher geht es nun darum, wie man zum jetzigen Zeitpunkt neue Perspektiven für die Beschäftigten am Standort Weisweil  entwickeln kann. Hierzu wäre es sinnvoll im Rahmen eines Runden Tisches einen Verfahrens- und Aktionsplan zu entwickeln“, so Schoch.

 

Umfassendes Qualifizierungsmodell gefragt

 

Mit Blick auf die Abwicklung der Drogeriekette Schlecker appelliert der Landespolitiker: „Bereits die erste Welle der entlassenen Beschäftigten hat gezeigt, wie schwer es für viele sei, wieder einen Job zu finden. Der Einzel- und Großhandel in der Region, die Politik und die Bundesagentur für Arbeit müssen jetzt an einem Strang ziehen, um die Schlecker-Beschäftigten nicht in die Langzeitarbeitslosigkeit zu treiben“. Es sei auch wenig hilfreich, wenn von Berlin die Umschulung von Schlecker Beschäftigten zu Altenpflegerinnen oder Erzieherinnen gefordert werde, so der Arbeitsmarktpolitiker der Grünen. Dies sei populistischer Unsinn zu Lasten der Beschäftigten. „Gefragt ist ein umfassendes Beratungs-, Qualifizierungs- und Unterstützungsmodell für die bisherigen Schlecker-Mitarbeiter“, so Schoch. Hierbei könne sehr wohl geprüft werden, ob Beschäftigte in eine Qualifizierung in Richtung Altenpflegerin oder Erzieherin gehen wollen; Eine einseitige und der freien Berufswahl widersprechenden Qualifizierung sei hierbei jedoch wenig hilfreich, bilanziert Schoch abschließend.

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