Das Auto wird auch in Zukunft – vor allem in ländlich geprägten Regionen, wie der Landkreis Emmendingen,  eine wichtige Rolle spielen. Es muss sich aber verändern: Weniger Ressourcenverbrauch, weniger Ausstoß von Schadstoffen und Feinstaub und weniger Lärm. Der Elektromobilität kommt dabei eine zunehmend wichtigere Rolle zu, sei es auf zwei oder vier Rädern.

Für mich ist ein leistungsfähiger, umweltfreundlicher und attraktiver Öffentlicher Personennahverkehr ÖPNV gerade im ländlichen Raum von großer Bedeutung, da er die Erreichbarkeit von Wohn- und Arbeitsstätten, Schulen, kulturellen Einrichtungen sowie Freizeitangeboten sichert und die Lebensqualität steigert. Er gewährleistet die Mobilität aller Bürger und ermöglicht auf diese Weise soziale Teilhabe. Ein weiterer Ausbau des öffentlichen Verkehrs muss daher im Zentrum einer nachhaltigen Verkehrspolitik stehen. Wir benötigen neben dem Schienennetz eine Verdichtung des Busnetzes um einen Taktverkehr zumindest in den Ballungszeiten von einer ½ Stunde gewährleistet.

Wenn wir über Mobilität sprechen muss gerade vor dem Hintergrund der Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention deutlich mehr gemacht werden. Hierbei muss für die eigenständige Mobilität von Menschen mit Bewegungseinschränkung deutlich mehr getan werden. Wir brauchen den barrierefreien Umbau von Bahnhöfen, siehe Emmendingen als positive Entwicklung. Ansonsten sind leider die meisten Bahnhöfe im Landkreis nicht barrierefrei. Und auch der nächste Fernbahnhof Freiburg stellt ein Negativbeispiel hinsichtlich der Barrierefreiheit dar. Aufzüge müssen ausreichend dimensioniert sein und regelmäßig gewartet werden. Der Ein- und Ausstieg in bzw. aus Zügen muss erheblich erleichtert werden. Und in den Zügen müssen mehr freier Platz sowie behindertengerechte Toiletten geschaffen werden. Von diesen Maßnahmen profitieren auch Menschen, die mit Kindern in Kinderwagen sowie mit Fahrrädern reisen. Auch Bushaltestellen müssen nach und nach barrierefrei umgebaut werden. An der Vorgabe, wonach alle Fernbusse bis 2019 zwei Rollstuhlplätze anbieten müssen, halten wir fest.

Die umweltfreundlichsten Alternativen zum Autofahren – insbesondere in der Stadt – sind das Fahrradfahren und das Zufußgehen, immerhin die einzige emissionsfreie Mobilität. Mit dem Fahrrad ist man gerade innerorts oft zielsicherer und schneller unterwegs – und gesünder sowie kostengünstiger ohnehin. Damit noch mehr Menschen vom Auto auf das Fahrrad umsteigen, sind gut ausgebaute Radwegenetze und –Verbindungen nötig. Gerade in den Gemeinden sind gut ausgebaute Fußwegenetze, und sichere Querungsmöglichkeiten ( Fußgängerüberwege usw. ) über Fahrbahnen mit kurzen Wartezeiten sowie stadtverträgliche Geschwindigkeiten durch Tempo 30 und Verkehrsberuhigte Bereiche nötig.

Eine solide Verkehrsinfrastruktur ist eine der Grundlagen für eine erfolgreiche Wirtschaft und unsere Gesellschaft, die auf Mobilität angewiesen ist. Leider müssen wir in erschreckendem Ausmaß feststellen, dass Werte, die über Generationen hinweg aufgebaut wurden, immer mehr zerfallen, darum legen wir besonderen Wert auf die Sanierung bzw. Instandhaltung der Verkehrsinfrastruktur.

Verwandte Artikel